In Schilf eingebettet liegt der Heinz-Sielmann-Weiher im Worblinger Ried, nur das Quaken eines Frosches, Entengeschnatter und Vogelgezwitscher durchbricht die Stille. Ganz zur Freude von Umweltminister Franz Untersteller, der auf seiner Biodiversitätstour auch Station in Worblingen machte.

Als Bestandteil des Biotopverbunds Bodensee haben sich am Heinz-Sielmann-Weiher rund 80 Vogel- und Insektenarten und auch ein Biber angesiedelt. Das Biotop bietet Lebensraum für Flora und Fauna wie Vögel, Libellen, Amphibien, Heuschrecken und Fledermäuse.

Weiher wurde 2017 angelegt

„Es ist sensationell, was sich in kurzer Zeit hier entwickelt hat“, hieß Bürgermeister Ralf Baumert auch Michael Beier, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung und Stephanie Rebsch von der Stiftung Naturschutzfonds willkommen.

Baumert erinnerte an das Jahr 2017, als mit Beteiligung der Bürger das 0,8 Hektar große Stillgewässer auf dem Grundstück der Gemeinde angelegt wurde. Die Gemeinde sei stolz auf ihren Heinz-Sielmann-Weiher, der auch zum Ausflugsziel geworden sei, erklärte Baumert.

Dramatischer Artenrückgang

Wie wichtig die Schaffung von Biotopen ist, machte Untersteller anhand von Zahlen deutlich: Eine Studie von 2017 weise 70 bis 75 Prozent Rückgang der Arten in Schutzgebieten auf, einheimische Arten hätten in den vergangenen Jahren um rund 50.000 dramatisch abgenommen, 40 Prozent seien mehr oder weniger bedroht.

„Es ist eine unserer zentralen Aufgaben, die Natur- und Kulturlandschaft für zukünftige Generationen zu bewahren und damit unsere Lebensgrundlagen zu erhalten“, appellierte Untersteller. Kleine Inseln seien nicht in der Lage, Dauer und Qualität zu erhalten. „Der landesweite Biotopverbund hat eine zentrale Aufgabe, damit schaffen wir ein Netz von Lebensräumen, die miteinander verbunden sind und den Arten die Chance bieten, sich auszubreiten“, baut Untersteller auf Zusammenarbeit, um dem Verlust der Biodiversität entgegen zu wirken.

Biotopverbund ist Vorbild

Michael Beier von der Heinz Sielmann Stiftung hofft, dass solche Projekte im ganzen Land umgesetzt werden können. Heute sei der Biotopverbund Bodensee in ganz Deutschland und über Ländergrenzen hinweg Vorbild für Maßnahmen zur Förderung und zum Schutz der biologischen Vielfalt geworden.

„Umsetzung braucht aber viele Akteure und Projektpartner, die dabei bleiben und sich vernetzen“, betonte Beier. „Nur gemeinsam mit engagierten Partnern aus der Region, wie etwa den Städten, Gemeinden und Landkreisen der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg und anderen Naturschutzverbänden konnte der Biotopverbund 131 Einzelprojekte an 44 Standorten umsetzen können“, so Beier.

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Das Biotop in Worblingen wurde von der Heinz Sielmann Stiftung angelegt, an der Finanzierung war unter anderem die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg mit 82.000 Euro beteiligt.

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