Der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Homeschooling entspringen kreative Ideen. Die Ten-Brink-Schule macht es vor.

Eine Begleiterscheinung des Lockdowns ist, dass sich viele Menschen weniger bewegen und zunehmen. Anna-Lena Meyer war mit einem ehemaligen Studienkollegen über diese Thematik ins Gespräch gekommen und er erzählte ihr von einem Sportprojekt an einer anderen Schule.

Die Lehrerin an der Ten-Brink-Gemeinschaftsschule griff diese Idee auf und entwickelte mit ihrer Kollegin Kathrin Klaeger rasch ein für die Ten-Brink-Schule passendes Konzept. Der Startschuss für einen sportlichen Wettkampf zwischen den einzelnen Schulkassen und vor allem zwischen Schülern und Lehrern war gefallen.

Schweiß statt Schokolade

Ein unterhaltsames Erklärvideo findet sich auf der Homepage der Schule. Es beginnt mit einer amüsanten Szene: Lehrer Matthias Bereuter sitzt lässig auf dem Sofa und genießt dort seine Süßigkeiten. Dann erhält er von seinem Lieblingsschüler eine Textnachricht auf sein Smartphone: „Sie liegen ja auch nur doof auf der Couch und futtern Schokolade“, so der Wortlaut, dem zwei freche Emojis folgen. Weiter wird er aufgefordert, an einem Bewegungs-Wettkampf gegen die Schüler teilzunehmen. Diesen werde er nie gewinnen.

Der Wettkampf funktioniert so: Schüler und Lehrer treten zwei Wochen lang in verschiedenen sportlichen Disziplinen gegeneinander an. Deren Auswahl ist vielfältig, dabei geht es um Ausdauer, Fitness, Kraft und Bewegung an der frischen Luft. Jeder Sportler trägt selbstverantwortlich seine Ergebnisse in einer für alle Teilnehmer einsehbaren Tabelle ein. So sollen sich Lehrer und Schüler gegenseitig motivieren und anspornen.

Matthias Bereuter nimmt die Herausforderung seines Lieblingsschülers zum Bewegungsduell an
Matthias Bereuter nimmt die Herausforderung seines Lieblingsschülers zum Bewegungsduell an | Bild: Kathrin Klaeger

Der Spaß im Video wird in Bewegungsenergie umgesetzt. Die Realität mag hart klingen für die Schüler: Aktuell liegen die Lehrer vorne im Ranking, die Schüler sollten sich ordentlich anstrengen und nachlegen.

Eine, die fleißig mitwirkt, das Ergebnis der Schüler zu verbessern, ist die elfjährige Shameyn Mayer. „Ich habe sehr viel Power und möchte nicht den ganzen Tag auf dem Sofa liegen“, erklärt die Sechstklässlerin. „Ich nehme an vielen Disziplinen teil“, so die Schülerin, die Spaß am Sport hat.

Motivation für mehr Bewegung

„Die Sportmöglichkeiten sind eingeschränkt im Lockdown. Wir wollen unsere Schüler und Lehrer motivieren, sich mehr zu bewegen“, erklärt Ideengeberin Meyer. Außerdem soll dieser Wettkampf die Klassengemeinschaft und das Verantwortungsgefühl aller stärken. „Die Schüler sollen spüren: Wir sind für sie da“, so Schulleiterin Birgit Steiner. Gerade jetzt in der Pandemie sei es wichtig, mit den Schülern den Kontakt zu pflegen und ihnen eine starke Gemeinschaft zu bieten.

„Wichtig, dass ihr nicht abhängt“

So empfindet es auch die Lehrerin Kathrin Klaeger. Sie schnitt aus vielen kleinen Filmen aufwendig das Erklärvideo mit lustigen Szenen zusammen. Für sie sind Sport und Bewegung eine gute Vorbeugung gegen psychische Erkrankungen. Und gerade in der Pandemie samt Lockdown-Situation sieht sie eine erhöhte Gefahr für alle Menschen, daran zu erkranken.

„Es ist uns wichtig, dass ihr nicht abhängt“, fordert sie die Schüler der Ten-Brink-Schule zum Duell heraus. Gemeinsam könne man sich so mehr bewegen und damit nebenbei auch Psychohygiene betreiben.