Der Blick zurück auf das vergangene Jahr 2020 dürfte in Rielasingen-Worblingen in vielerlei Hinsicht ähnlich ausfallen wie in anderen Gemeinden, wenngleich das Jahr dramatischer begann als andernorts – mit einem verheerenden Wohnhausbrand in der Neujahrsnacht 2019/2020.

In Rielasingen-Worblingen wird normalerweise während des Jahresverlaufes viel geboten, das gesellschaftliche und das Vereinsleben pulsieren und die Menschen sind gerne aktiv und beisammen. Doch dieses Jahr brachte das neuartige Coronavirus so ziemlich alles durcheinander und zum Stillstand. Bürger und Verwaltung mussten sich innerhalb kurzer Zeit auf eine komplett neue Situation einstellen. „Die größte Herausforderung war von einem Tag auf den anderen vom Normalmodus auf einen Krisenmodus umzuschalten“, blickt Bürgermeister Ralf Baumert auf das Frühjahr zurück.

Wohnhaus-Dachstuhl in Flammen

Das neue Jahr begann mit einem dramatischen Ereignis: Ein lichterloh brennendes Feuer zerstörte den Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Alemannenstraße. Erst Monate später konnten die Bewohner wieder in ihr Zuhause zurückkehren. Danach lief es in der rührigen Gemeinde erst mal wie gewohnt.

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Das neue Jahr wurde gesellschaftlich mit einem festlichen Neujahrsempfang und einem schwungvollen Benefizkonzert der Bürgerstiftung Rielasingen-Worblingen gestartet und wie gewohnt wurde kurz darauf im Dorf Fasnacht gefeiert.

Unsicherheit, Angst und Sorge

Schnell änderte sich die Situation im März, der Alltag wurde von Absagen, Enttäuschungen, Unsicherheit, Angst und Sorge vor einer unbekannten Erkrankung und dem Tragen von Gesichtsmasken beeinflusst. Aber auch vom gegenseitigen Helfen.

Solidarität zeigte sich in einer Idee von Stephanie Weisser. Die Gemeindeverwaltung entwickelte daraus mit dem örtlichen Deutschen Roten Kreuz einen Helferkreis. Weiter wurde von Ines Baumert eine Aktion auf den Weg gebracht, bei der von Ehrenamtlichen 14.000 Alltagsmasken genäht und im Dorf verteilt wurden.

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Wie erwartet konnte auch die Badesaison im Naturbad Aachtal wegen der Pandemie erst später starten. Doch Erfreuliches gibt es auch von hier zu berichten: 30 Mitglieder gründeten den neuen gemeinnützigen Förderverein Naturbad Aachtal, der das Bad ideell und finanziell unterstützen möchte. An der Spitze steht Lothar Reckziegel. Veranstaltungen und konkrete Projekte konnten wegen Corona bisher leider noch nicht umgesetzt werden.

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Neustart für Strecke Singen-Etzwilen?

Verkehrstechnisch kam Bewegung in das Dorf. Im August fuhr ein Sonderzug der Museumsbahn in den Hauptbahnhof Singen ein. Für Bahnliebhaber ein großes Ereignis, denn 1969 war der öffentliche Personenverkehr auf der Bahnstrecke Singen-Etzwilen, die über Rielasingen führt, eingestellt worden.

Im August hält die Museumsbahn in Rielasingen, um von dort nach vielen Jahren endlich wieder in den Hauptbahnhof Singen einzufahren.
Im August hält die Museumsbahn in Rielasingen, um von dort nach vielen Jahren endlich wieder in den Hauptbahnhof Singen einzufahren. | Bild: Sandra Bossenmaier

Zwischenzeitlich gibt es aus dem Verkehrsministerium in Stuttgart grünes Licht für eine mögliche Reaktivierung dieser Bahnstrecke. Dies sorgt bei einer neu gegründeten Bürgerinitiative gegen eine Reaktivierung für Kritik. Außerdem können Dorfbewohner auf eine Ortsumfahrung hoffen, denn gegen Ende des Jahres wurde diese wieder in den Generalverkehrsplan des Landes aufgenommen.

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