34 Jahre war Harald Liehner in der Vorstandschaft des Narrenvereines Katzdorf Arlen ehrenamtlich tätig. Sichtlich gerührt begann er mit den Worten „Jetzt ist es soweit“ seine Ansprache bei der kürzlich abgehaltenen Generalversammlung. Damit meinte er, sich bei der Wahl des Zunftmeisters nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Bereits als Kind sei er dem Verein verbunden gewesen und wolle dies auch weiterhin bleiben.

Es seien wunderbare Jahre gewesen, resümierte Liehner. Es habe jedoch Aufs und Abs gegeben. Er denke da an ein eisiges Verhältnis zu den Nachbarvereinen, als jeder noch seine eigene Suppe gekocht habe. Heute sei es ein sehr gutes Miteinander. „Mit euch zusammen hat die Fasnacht im Ort einen höheren Stellenwert bekommen“, dankte Liehner seinen Zunftmeisterkollegen Holger Reutemann aus Rielasingen und Thomas Bertsche aus Worblingen. Der gemeinsame Fasnachtssonntag sei der beste Beweis dafür.

Hand in Hand für die Narretei (von links): Die Zunftmeister Harald Liehner, Thomas Bertsche, Holger Reutemann und Uli Kaltenbrunner bei ...
Hand in Hand für die Narretei (von links): Die Zunftmeister Harald Liehner, Thomas Bertsche, Holger Reutemann und Uli Kaltenbrunner bei der Amtsübergabe von Liehner an Kaltenbrunner. | Bild: Sandra Bossenmaier

Kritische Worte zum Abschied

Harald Liehner brachte auch kritische Worte vor. Man solle diese nicht als Kritik verstehen, sondern als Feststellung der sich ändernden Zeit. Es habe Zeiten gegeben, in denen man mit einfachen Absprachen die Fasnacht hatte regeln können. Als Beispiel nannte er die Musik. Damals hatte jeder Fasnachtsverein seine eigene, heute müsse man darum fast betteln. Vieles habe sich geändert und man müsse umdenken. Die Welt sei so schnelllebig wie nie zuvor.

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Harald Liehner weiß, wovon er spricht, denn er wurde schon im Jahr 1988 zweiter Vorsitzender des Narrenvereines Katzdorf. Er gehörte der Bauerngruppe an, die damals aus der kompletten Vorstandschaft bestand. Im Jahr 1995 beerbte Liehner seinen Vorgänger Gerhard Brecht, der wegen gesundheitlichen Problemen das Amt des ersten Vorsitzenden abgeben musste. Jetzt wird er sich wieder in die Bauerngruppe zurückziehen und dort die Fasnacht genießen.

Es mache ihm immer noch Spaß, sich an der Fasnacht mit Freunden und Kollegen auf und hinter der Bühne sowie an der Theke auszutauschen. „Was mich versöhnlich stimmt ist, dass es im Verein aufwärts geht und mein Amt in die nächste Generation geführt wird“, so Liehner. Der neuen Vorstandschaft mit Uli Kaltenbrunner an der Spitze wünschte er eine gute Hand und viel Unterstützung zum Wohl des Brauchtums und der Arlener Fasnacht.

Harald und Regina Liehner (von links) ziehen sich aus dem Vorstand zurück. Stefanie Wieland, Susanne Kalopek, Uli Kaltenbrunner und ...
Harald und Regina Liehner (von links) ziehen sich aus dem Vorstand zurück. Stefanie Wieland, Susanne Kalopek, Uli Kaltenbrunner und Silke Graf bilden die neue Vorstandschaft des Narrenvereines Katzdorf. | Bild: Sandra Bossenmaier

Nachbar-Vereine halten trotz Neckereien zusammen

Ein Dorf und drei Fasnachtsvereine – auch wenn es saumäßig Spaß mache, die Nachbarn aufzuziehen, halte man zusammen, sagte Holger Reutemann, Zunftmeister der Rattlinger aus Rielasingen, und dankte dem ehemaligen Zunftmeister. 26 Jahre sei kein besserer gekommen und Liehner bleibe ja ein Katzdorfer mit dickem Fell.

Thomas Bertsche, Zunftmeister der Schaflinger aus Worblingen, gratulierte der neuen Vorstandschaft, die eine beneidenswerte Frauenquote habe. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er Harald Liehner einen Ehrenorden der Schaflinger. Dieser berechtigt ihn zum Besuch des Narrenspiegels mit zwei Plätzen ganz hinten.

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Und Schultes Ralf Baumert trug einen mutigen Wunsch vor: Am Schmutzigen Donnerstag wünscht er sich Harald Liehner als Ankläger beim Narrengericht auf der Kirchtreppe.