Der Hausverwalter spricht offen von einem Riesenproblem. Denn nachdem es in der Silvesternacht in der Alemannenstraße in Rielasingen gebrannt hat, waren neun Wohnungen vorerst nicht bewohnbar. Erst vor drei Wochen konnten zwölf Menschen wieder einziehen. Doch ein wichtiger Bestandteil eines jeden Hauses fehlt weiterhin: das Dach. Es gibt zwar ein Not-Dach, schildert Uwe Schmid von der Hausverwaltung Schmid in Engen-Welschingen, aber die Baugenehmigung für eine feste Bedachung fehle noch. Das zuständige Landratsamt Konstanz erklärt, woran das aus Behördensicht liegt: Die Unterlagen gingen spät und unvollständig ein, deshalb dauere das Verfahren an.

Bei einem Dachstuhlbrand in der Silvesternacht wurde ein Mehrfamilienhaus in Rielasingen-Worblingen unbewohnbar. Personen wurden nicht verletzt.
Bei einem Dachstuhlbrand in der Silvesternacht wurde ein Mehrfamilienhaus in Rielasingen-Worblingen unbewohnbar. Personen wurden nicht verletzt. | Bild: Biehler, Matthias

Neues Dach braucht neue Genehmigung

Eigentlich soll das Dach nur genau so wieder aufgebaut werden, wie es vor dem verheerenden Brand war, erklärt der Hausverwalter den Standpunkt der Eigentümer. Lediglich die Dämmung soll modernisiert werden. Dennoch braucht es eine neue Baugenehmigung, bestätigt Landratsamt-Sprecherin Marlene Pellhammer. Die Bearbeitung dessen soll gesetzlich festgeschrieben im vereinfachten Verfahren höchstens zwei Monate dauern. „Ziel des Landratsamtes ist es aber, frühestmöglich über die Bauanträge zu entscheiden“, teilt Pellhammer mit.

Fehlende Unterlagen gingen erst am Montag ein

Der Bauantrag zum Wiederaufbau des Dachstuhls sei erst am 11. März beim Landratsamt eingegangen, also mehr als zwei Monate nach dem Brand. Und es fehlten Angaben. „Die Bauherrschaft und der Planverfasser sind seit Anfang April über den Umfang der nachzureichenden Unterlagen informiert. Trotzdem wurden erst am Montag die überarbeiteten Bauvorlagen eingereicht“, schreibt Pellhammer. Nun werde die Baurechtsbehörde umgehend prüfen.

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Bewohner müssen Trocknungsgeräte nutzen

Durch das provisorische Dach drang zwischenzeitlich Wasser ein, weshalb neue Bauarbeiten nötig waren, schildert Uwe Schmid. Im Dachgeschoss brauche es aktuell noch Trocknungsgeräte, Bewohner würden mit jeder Regenwolke neue Probleme fürchten. Dabei sind sie bereits leid geplagt: Zum Brand kamen wenige Tage später noch Einbruch und Diebstahl in die damals unbewohnbaren und daher leer stehenden Wohnungen. Davon möchten die Bewohner dem SÜDKURIER persönlich nicht berichten.

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Bauarbeiten könnten im Juni beginnen

Der Hausverwalter hofft, dass die Bauarbeiten für den Wiederaufbau des Daches im Juni beginnen können. Nachdem eine Firma wegen der unklaren Terminierung bereits abgesprungen sei, hofft Schmid auf einen anderen Handwerker – und eine rasche Baufreigabe.

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