Noch ist der Vertrag nicht abgeschlossen – aber alles spricht dafür, dass die Gemeinschaft der Eigenheim- und Gartenfreunde Rielasingen-Worblingen zum Hauptpächter der gemeindeeigenen Kleingartenanlage „Krautländer“ im Ortsteil Rielasingen werden. Der Finanz- und Sozialausschuss des Gemeinderats hat seine Zustimmung dazu gegeben. Die Vereinsspitze will sich zwar noch einmal beraten. Aber da der Vorschlag dazu von ihr ausging, dürfte ihre Zustimmung recht sicher sein.

Als Vermittler bei der Verpachtung eines privaten Grundstücks machten die Eigenheim- und Gartenfreunde das erste Mal die Erfahrung, wie begehrt Kleingärten wieder sind. Haftete ihnen lange Zeit der Ruf des Spießbürgertums an, so ist naturnahes Gärtnern und das Ziehen von eigenem Gemüse schon längst wieder voll angesagt. Und insbesondere jetzt, in der Corona-Pandemie mit all ihren Beschränkungen, sind viele heilfroh über ein Stückchen Garten, in dem sie in der Sonne liegen und die Kinder sich austoben können.

Verein hofft auf Verjüngung

Auf einen freien Schrebergarten, der in der Aachtalgemeinde Kraut- oder Kabisland genannt wird, kommen fünfzig Pachtinteressenten, so die Erfahrung der Eigenheim- und Gartenfreunde. Wenn sie als Hauptpächter die Unterpachtverträge für die 250 Parzellen in den Krautländern im Ortsteil Rielasingen vergeben können, dann sehen sie eine gute Chance, damit neue Mitglieder gewinnen und ihren Verein verjüngen zu können. Einen absoluten Zwang zur Mitgliedschaft wollen sie aber bei Neuvergaben der Kleingärten nicht ausüben.

Die Eigenheim- und Gartenfreunde sind sich auch sicher, dass unter ihrer Obhut das Aussehen der Kleingartenanlage deutlich gewinnen werde: hier sei doch die eine oder andere Parzelle ungepflegt, vereinzelt auch verwildert. Auch Müllablagerungen gebe es. Ein Sickergraben ist zugeschüttet, das bedeutet „Land unter“ für einige Kleingartenparzellen. „Es ist gut wenn ein Verein so ein Gelände in der Hand hat,“ so Bürgermeister Ralf Baumert.

Lob für geplantes Engagement

Auch aus den Reihen der Gemeinderäte hörte der Vorsitzende der Eigenheim- und Gartenfreunde, Christoph Grießhaber, viele lobende Worte darüber, dass sich der Verein hier engagieren und für eine Aufwertung der Schrebergarten-Grundstücke sorgen wolle. Die Vorteile für die Gemeinde liegen auf der Hand: Der Bauhof und die Verwaltung werden entlastet.

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Alle Kleingärtner bekommen nach den Ausführungen des Gartenfreunde-Chefs neue Verträge. Christoph Grießhaber würde gerne dem Haupt- und den neuen Unterpachtverträgen den Pachtvertrag des Landesverbands Wohneigentum zu Grunde legen – gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Die Eigenheim- und Gartenfreunde sind der Ortsverein dieses Verbands, des früheren Siedlerbundes.

Offen für Schul- oder Kindergarten-Garten

Bestimmungen unter anderen zur Art, Biodiversität und Umweltfreundlichkeit der Bewirtschaftung und des Anbaus, zur Größe der Laube und dem Freisitz – die vorhandenen genießen laut Bürgermeister Bestandsschutz – werden in die Verträge einfließen. Zuviel Kontrolle ist laut Grieshaber aber nicht zu befürchten: „Es ist nicht unsere Intention, den Bestandspächter umzumodeln, sondern ihn zu unterstützen.“

Wie Christoph Grieshaber betonte, seien die Eigenheim- und Gartenfreunde Rielasingen-Worblingen auch offen für Modelle wie einen Schulgarten oder Kindergarten-Garten, und würden solchen Einrichtungen gerne Parzellen zur Verfügung stellen.