Erst waren es nur Büsche, zuletzt war es ein Boot. In Rielasingen kam es in den vergangenen Wochen zu mehreren Bränden. Bei zwei ist für Feuerwehr-Kommandant Viktor Neumann nachvollziehbar, wie sie entstanden sind. Doch seit Ende April gebe es auch einige Fälle mit bislang ungeklärter Ursache. „Es ist schon komisch und auffällig, dass es in einem Gebiet innerhalb kurzer Zeit zu mehreren Fällen kommt“, sagt Neumann. Nachbarn im Bereich der betroffenen Straße „Im Hasel„ seien etwas angespannt, Feuerwehr und Polizei aber nicht in erhöhter Alarmbereitschaft.

In einigen Fällen wird derzeit noch ermittelt

Polizeisprecherin Sandra Kratzer kann noch keine Angaben zur Statistik für 2020 machen, versichert aber, dass die Zahl der Brandstiftungen nicht höher liegt als im Vorjahr. 2019 gab es in Rielasingen-Worblingen zehn Vorfälle, davon vier mutwillig. Dass die Polizei einen Brand untersuche, sei normal. Die Ermittlungen zu den jüngsten Vorfällen in Rielasingen laufen noch: „Von einem ‚Feuerteufel‚ wollen und vor allem können wir aus diesem Grund nicht sprechen“, erklärt Kratzer.

Flächenbrand am Waldstück hinter dem Umspannwerk: Anfangs brannten besonders Büsche.
Flächenbrand am Waldstück hinter dem Umspannwerk: Anfangs brannten besonders Büsche. | Bild: Freiwillige Feuerwehr Rielasingen-Worblingen

Kommandant warnt: „Alles, was im Wohngebiet ist, ist riskant“

Anfangs hegte Feuerwehrkommandant Viktor Neumann keinen Verdacht, dass sein Team derzeit häufig ausrücken muss: „Feuer gibt es mal, wenn jemand zum Beispiel unachtsam eine Zigarette wegwerfe.“ Doch inzwischen verzeichne er acht oder neun Brandstellen in einem Gebiet. Zuletzt brannten vergangene Woche eine Hecke und ein Mülleimer. Ende Mai brannte ein geparktes Boot aus. „Das hatte sicher keine natürliche Ursache“, sagt Neumann. „Und alles, was im Wohngebiet ist, ist riskant.“ In einem Boot könnten Betriebsstoffe sein. Nahe des Boots stand ein Wohnmobil, das ebenfalls beschädigt wurde. In diesem Fall habe der Unbekannte in Kauf genommen, dass jemand darin schlafen könnte.

Feuerwehr schaut sich Umgebung genauer an

Die Feuerwehr sei nicht nervös, wie Neumann es ausdrückt, aber noch aufmerksamer: „Häufig sind zwei Brandstellen nebeneinander, deshalb schauen wir uns auch die Umgebung schon bei der Anfahrt genau an.“ Zeugenhinweise an die Polizei per Telefon (0 77 31) 91 70 36.

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