Es scheint fast so, als hätte es keine Corona-Zwangspause gegeben. Dabei mussten gerade die Kicker des 1. FC Rielasingen-Arlen Monate der Ungewissheit überbrücken. Kein Training mit der Mannschaft, kein Flachsen, kein Fachsimpeln. Alle Ligen der Region haben die Saison längst schon wegen des Corona-Abbruchs beendet. Der 1. FC Rielasingen-Arlen steht aber im Halbfinale des Südbadischen Vereinspokals. Seit einigen Tagen gibt es dank Corona-Lockerungen Entwarnung. Das Spiel beim VfR Stockach kann stattfinden.

Gemeinsam stellen die Akteure des 1. FC Rielasingen-Arlen das Trainingstor auf und freuen sich schon, dass Teams wieder gegeneinander spielen dürfen.
Gemeinsam stellen die Akteure des 1. FC Rielasingen-Arlen das Trainingstor auf und freuen sich schon, dass Teams wieder gegeneinander spielen dürfen. | Bild: Tesche, Sabine

Die Hoffnung auf die Endspiel-Teilnahme und bei einem weiteren erfolgreichen Spiel der Gewinn des Potts samt Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals lebt. Eine Los-Lotterie braucht nicht herzuhalten. Der Verein hat die Kurzarbeit eingestellt. Ein warmer Geldregen, wie durch das Stargeld und die Zuschauer-Einnahmen bei der DFB-Pokalteilnahme vor einigen Jahren, täte nach den coronabedingten Ausfällen von Erträgen besonders gut.

Die wenigen Zaungäste spüren die Aufbruchstimmung beim Training auf dem Kunstrasen-Spielfeld der Talwiese. Trainer Michael Schilling weist die Spieler lautstark an: „Ivo, Danny, Maxi, gut – Druck, Druck, Danny – Tempo Fredy, Thomas, Matze, Digger.“ Die Sportler fegen mit großem Elan und fast kindlicher Freude über den Platz. Im Hintergrund sind Klänge des Musikvereins Arlen zu hören. Die Musiker müssen beim Üben noch Abstand wahren. Die Kicker dürfen ganz hautnah Zweikämpfe bestreiten. Gegenspieler schirmen sich gegenseitig bei Eckbällen oder Freistößen ab oder stehen im eigenen Team dicht an dicht in der Mauer.

Tempo und Dynamik beherrschen die Trainingseinheit des 1. FC Rielasingen-Arlen.
Tempo und Dynamik beherrschen die Trainingseinheit des 1. FC Rielasingen-Arlen. | Bild: Tesche, Sabine

Eines haben aber die Akteure des Musikvereins und die Fußballer gemeinsam. Sie können endlich wieder die Kontakte während und nach den Übungseinheiten pflegen. „Das hat schon schmerzlich gefehlt. Zunächst absolvierten wir zuhause Einzeltraining, wie Fitness-Übungen, über Video-Anweisungen des Trainerteams. Erst viel später konnten wir wenigstens wieder in kleinen Gruppen auf dem Platz trainieren“, erklärt Christoph Matt, einer der Spieler des 1. FC Rielasingen-Arlen.

Szenenwechsel. Voller Tatendrang turnen sich die jungen Akteure des TUS Gottmadingen ein. Übungsleiter Volker Endres achtet aber ganz genau darauf, dass Abstand eingehalten wird. Wenn es zu einem Gruppenwechsel kommt, kommen Sportgeräte oder Matten erst einmal zum Desinfizieren.

Die Rolle vorwärts klappt bei dieser jungen Turnerin des TUS Gottmadingen bestens.
Die Rolle vorwärts klappt bei dieser jungen Turnerin des TUS Gottmadingen bestens. | Bild: Tesche, Sabine

„Die Corona-Verordnungen fordern uns stark. In enger Abstimmung mit der Gemeinde sind vor allem die Umsetzung der Hygiene-Vorschriften in den Sportstätten eine gewaltige Belastungsprobe für alle Beteiligten. Nun sind wir aber froh, dass es weitere Lockerungen gibt. So dürfen nun zeitgleich größere Gruppen trainieren“, sagt Volker Endres, der als Trainer das Mädchen-Turnen unter seinen Fittichen hat. Er darf seinen Schützlingen nun direkte Hilfestellung an den Übungsgeräten geben.

Nach der Übung geht es an das Desinfizieren der Matten. Das Bild zeigt die jungen Sporterlinnen des TUS Gottmadingen: (v. l.) Alina Haurich, Melina Graf und Matilda Müllerschön.
Nach der Übung geht es an das Desinfizieren der Matten. Das Bild zeigt die jungen Sporterlinnen des TUS Gottmadingen: (v. l.) Alina Haurich, Melina Graf und Matilda Müllerschön. | Bild: Tesche, Sabine

„Nur bei den ganz Kleinen konnten wir noch nicht durchstarten, wie bei der Kindersportschule oder beim Eltern-Kind-Turnen, weil diese Teilnehmer zu einer Risikogruppe gehören“, betont Endres. „Das war vorher nicht möglich und hat die Arbeit erschwert“, sagt Endres. „Alle sportlichen Wettkämpfe hat der Hegau-Bodensee-Turngau allerdings abgesagt“, sagt Endres. Auch das jährliche Kinderturnfest falle leider aus.

Mit Abstand aber großem Spaß führen diese Mädchen des TUS Gottmadingen ihre Übungen auf den Matten aus.
Mit Abstand aber großem Spaß führen diese Mädchen des TUS Gottmadingen ihre Übungen auf den Matten aus. | Bild: Tesche, Sabine

Mit großem Engagement nimmt Thomas Kamenzin als Nachwuchstrainer und Mit-Organisator von Wettkämpfen bei den Leichtathleten des Turnvereins Engen eine wichtige Rolle ein. „Endlich können wir auch zeitgleich und in größeren Gruppen trainieren. Unsere Akteure freuen sich auch darüber, dass sie sich wieder besser treffen und ihre Kontakte auffrischen können“, sagt Thomas Kamenzin.

Thomas Kamenzin freut sich als Übungsleiter des TV Engen, dass in Kürze Sportfeste im heimischen Hegaustadion stattfinden.
Thomas Kamenzin freut sich als Übungsleiter des TV Engen, dass in Kürze Sportfeste im heimischen Hegaustadion stattfinden. | Bild: Bittlingmaier, Albert

Und es gelingt mit der Veranstaltung von drei Sportfesten vom 11. bis 18. Juli im Hegaustadion ein Coup. „Diese Wettkämpfe sind in Südbaden nahezu die ersten überhaupt nach Corona. Dies erfordert aber einen enormen organisatorischen Aufwand, da für jedes Sportfest ein separates Hygienekonzept erarbeitet werden musste“, schildert Kamenzin.

Top-Akteure starten

Dank guter Zusammenarbeit mit den Bezirksverantwortlichen und unseres Verbandes ist es gelungen, ein sehr rundes und sicheres Konzept aufzustellen“, so Kamenzin. „Die Resonanz an Anmeldungen spricht für sich. So kommt mit Stefanie Dauber aus Ulm sogar eine EM-Teilnehmerin. Weitere Akteure treten in unterschiedlicher Altersklassen bei Deutschen Meisterschaften an“. Auch die Kader-Topathleten, Weitspringer Enrico Güntert, Stabhochspringerin Luzia Herzig und Speerwerfer Aaron Küchler, starten. „Wir erhoffen uns, dass tolle Leistungen gezeigt werden. Die Sportfeste sollen unsere Athleten noch mehr motivieren.“, erklärt Kamenzin.