Selten fiel ein Haushaltsbeschluss in solch einer entspannten Stimmung. Während der Beratung des Planentwurfs 2022 im zurückliegenden Oktober musste man sich trotz durchgängigen Einsparwillens noch auf einen nicht ausgeglichenem Haushalt und ein Defizit von 700.000 Euro einstellen. Mittlerweile haben die Zahlen der Novembersteuerschätzung eine ganz andere Situation geschaffen. Nun können Gemeinderat und Verwaltung davon ausgehen, dass das laufende Haushaltsjahr trotz des großen Investitionsvolumens von zehn Millionen Euro mit einem positiven Gesamtergebnis von 752.000 Euro enden wird.

„Wir sind ja finanziell total gesund“

„Wenn die Zahlen stimmen, sind wir alle glücklich“, lautete Karlheinz Möhrles (SPD) Kommentar. Steffen de Sombre (Grüne) sah angesichts des Haushaltsplans keine Notwendigkeit mehr, unter anderen die Streichung der Stelle für einen Integrationsbeauftragten aufrecht zu erhalten: „Wir sind ja finanziell total gesund“, so seine Argumentation. Herrmann Wieland (FW) schlug vor, trotz der prognostizierten Liquidität von 12 Millionen Euro am Jahresende weiterhin wie sorgsam zu haushalten. Schließlich müssten bis 2025 Investitionen in Höhe von 17 Millionen Euro finanziert werden.

Einig waren sich alle Fraktionen in ihrem Lob für die Arbeit der Leiterin des Rechnungsamtes, Verena Manuth. Aber auch der Gemeinderat bekam für seine Mitwirkung Dank und Lob. Das Gremium habe erneut mit der Verwaltung an einem Strang gezogen, so Bürgermeister Ralf Baumert. Auch wenn dem der eine oder andere Wunsch nicht hätte erfüllt werden können: „Aber ich denke, wir sind gut gefahren die letzten Jahre mit unserer Finanzpolitik“.

Beachtliches Investitionsvolumen 2022

Baumert stellte in Aussicht, dass nun die eine oder andere gestrichene Maßnahme neu beraten werden könnte. „Wir wussten ja während der Haushaltsdebatte nicht, dass ereits das Haushaltsjahr 2021 sehr positiv abgeschlossen werden kann.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass man doch einigermaßen zügig aus der Corona-Talsohle herauskomme.

Beachtlich ist das Investitionsvolumen 2022: Es beträgt zehn Millionen Euro. Die Realisierung der Vorhaben hängt stark auch von der personellen Kapazität insbesondere des Bauamtes ab. Im Hinblick darauf wurde eine Prioritätenliste aufgestellt. Ganz oben stehen dort zwei Großprojekte: Zum einen der Neubau des Feuerwehrhauses. Für ihn wird in diesem Jahr ein Teilbetrag von fünf Millionen Euro veranschlagt. Zum anderen die Sanierung der Hardbergschule. Bisher fehlte noch der notwendige Zuschussbescheid. Jetzt liegt er vor. 2,3 Millionen Euro sind dafür im Planwerk eingestellt.