Die Corona-Krise ist eine Riesenbelastung für Kinder und Eltern. Der Gesamtelternbeirat der Schulen in Rielasingen-Worblingen fordert deshalb einen Runden Tisch, um in Betreuungsfragen künftig mehr Zuverlässigkeit zu erreichen.

Fehlende soziale Kontakte zu Gleichaltrigen, geschlossene Kitas, Wechsel- und Fernunterricht, wenig Verlässlichkeit bei der Kinderbetreuung – die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Eltern fühlen sich durch die Pandemie besonders belastet.

Kinder spüren Folgen der Krise

Die Folgen seien deutlich bemerkbar: Eine zunehmende Frustrationsintoleranz und mehr Konfliktbereitschaft schon bei den ganz Kleinen, so die Kinderhaus-Beauftragte Anja Marosits in ihrem kürzlich vorgelegten Jahresbericht.

Und die Elternbeiratsvorsitzende der Scheffelschule, Katharina van Eek, weiß aus einer Anhörung der Eltern und zahlreichen weiteren Gesprächen, dass die Eltern einfach nicht mehr können. „Wir haben genug geschluckt“, sagt sie nach eineinhalb Corona-Jahren.

Es müssten Lösungen her

Der Gesamtelternbeirat der Schulen der Gemeinde pocht deshalb nun auf die Einrichtung eines Runden Tisches. Über dieses Anliegen hat er jüngst auch die Gemeindespitze und den Gemeinderat informiert.

Man wünsche sich eine enge Kooperation zwischen Elternbeirat und Kommune, so Monja Dreher, die Vorsitzende des Gesamtelternbeirats der Schulen. Um tragfähige und nachhaltige Lösungen für die anstehenden Probleme und Herausforderungen zu finden, sollten Vertreter des Elternbeirats, der Schulleitungen, der Schulsozialarbeit, des Gemeinderats und der –verwaltung mit in der Runde sitzen.

Maskenpflicht als Belastung

Es sind eine Reihe konkreter Anliegen, die die Eltern bereits erarbeitet haben. Der Schulalltag mit Maske stelle für die Kinder eine enorme Belastung dar. Diese Vorschriften gingen zwar von Bund und Land aus, aber die kommunalpolitisch Verantwortlichen sollten nach oben weiter vermitteln.

Man brauche Alternativen zur Maskenpflicht. Der Schulträger, also die Gemeinde, müsse die Schulen mit Luftreinigungsanlagen ausstatten. Diese könnten ein wichtiger Beitrag zu einer Lockerung der Maskenpflicht sein.

Auch in den Ferien benötigen Eltern Verlässlichkeit

Ein wichtiger Punkt ist für berufstätige Eltern die Verlässlichkeit. Vor allem in den Ferien seien sie auf verlässliche Betreuungsangebote angewiesen. Außerdem bräuchten Kinder und Jugendliche in der Krise unterstützende Angebote wie die Schulsozialarbeit und die offene Kinder- und Jugendarbeit.

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Die Nachfrage von Eltern nach Angeboten des Kinder- und Jugendförderteams sei enorm. Diese Angebote dürften nicht eingeschränkt werden. Diesen Themenkomplex hat auch die Grünen-Fraktion im Gemeindetag zuletzt im Juni angesprochen.

Rätin Jana Akyildiz betonte da den dringenden Bedarf, die bisher ausgesetzte mobile Jugendarbeit wieder fortzuführen. Gestärkt werden soll nach Meinung der Eltern auch die Kinder- und Jugendbeteiligung. Sie wüssten am besten, was notwendig sei, um die Krise gut zu bewältigen.