Der Abwasserverband Radolfzeller Aach zeigt sich sehr engagiert, wenn es um die Gewinnung von klimaneutralem Strom in seiner Kläranlage in Moos geht. Der Stromverbrauch einer Kläranlage ist sehr hoch.

Michael Blazej, technischer Betriebsleiter der Kläranlage, informierte während einer Verbandsversammlung in der Talwiesenhalle nun über einen Gesamtverbrauch pro Jahr von rund 729.000 Kilowattstunden. Künftig soll verstärkt auf eine CO2-neutrale Stromgewinnung gesetzt werden, wie der Verbandsvorsitzende Ralf Baumert in der Versammlung informierte.

Zwei weitere Photovoltaikanlagen

Mit drei Stromturbinen im Abwasserlauf und zwei neuen Blockheizkraftwerken, die deutlich mehr Strom erzeugen und ein besseres Wärmekonzept aufweisen als das größere einzelne Blockheizkraftwerk zuvor, wurde bereits im aktuellen Jahr in eine sauberere Stromgewinnung investiert. Zusätzlich wurden auf dem Dach des Rechengebäudes zwei kleine Photovoltaikanlagen montiert, zwei weitere größere sollen in Kürze folgen.

Um den Stromzukauf zu verringern, sei es sinnvoll, weiter in die regenerative Stromerzeugung zu investieren, sagte Baumert. Auf der Anlage in Moos gebe es Freiflächen, die man für den Bau weiterer Photovoltaikanlagen nutzen könne. Ebenso seien dafür Flächen über den Reinigungsbecken oder auf dem zu sanierenden Betriebsgebäude denkbar. Neben dem Modell der Eigenstromgewinnung wolle man weiter über ein Pachtmodell nachdenken.

Ziel: ein klimaneutrales Klärwerk

Für Anja Fuchs, Gemeinderätin in Moos, und Dagmar Eisenhart, Gemeinderätin in Rielasingen-Worblingen, ist in diesem Zusammenhang der Bezug von Ökostrom ein notwendiger Beitrag auf dem Weg zu einem klimaneutralen Klärwerk. Die Geschäftsleitung soll nun Möglichkeiten hierfür prüfen.

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Der Abwasserverband bilanzierte in seiner Verbandsversammlung einen problemlosen Betrieb. Konkret heißt dies, dass 2020 das Abwasser von rund 20.000 Menschen aus Radolfzell, Singen, Moos und Rielasingen-Worblingen gereinigt wurde.