Für den 17-jährigen Robin Nitschke gehört der richtige Takt zum Leben dazu. Seinen persönlichen Rhythmus drückt er auf dem Drum-Set aus. Dass der junge Schlagzeuger beim Frühstück auf den auf dem Tisch stehenden Honiggläsern trommelt, ist dabei ganz normal.

Robin sitzt entspannt am Tisch, trägt Jeans und Kapuzenpullover und erzählt von seiner Leidenschaft, dem Schlagzeug. Mit dreieinhalb Jahren bekam er zu Weihnachten sein erstes Schlagzeug geschenkt. Heute kann er sich ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Robins größter Traum ist es, in einer Musikgruppe zu spielen und damit Geld zu verdienen. Aber erst einmal steht im nächsten Jahr sein Abitur an.

Der Schlagzeuglehrer sieht einen „unglaublich starken Willen“

„Robin hat eine sehr hohe Begabung und einen unglaublich starken Willen, etwas zu schaffen“, lobt sein Schlagzeuglehrer Thomas Wedelich. Er unterrichtet ihn bereits seit über zehn Jahren und begleitet ihn in seiner Entwicklung. Seine musikalische Ausbildung sei sehr umfangreich und Robin sei an allen Musikstilen interessiert. „Robin kann einfach alles“, und solch ein Schüler sei für ihn ein ganz besonderer Lohn für die Arbeit als Schlagzeuglehrer.

„Zur Musik finden ist wichtig für die Entwicklung eines jungen Menschen“, findet Clemens Nitschke, der Vater von Robin. Der Vater schmunzelt ein wenig, als er an die Zeit des Sohnes in der musikalischen Früherziehung zurückdenkt. Die Blockflöte habe den Sohn damals nicht interessiert. Im Unterrichtsraum der Musikschule stand ein Schlagzeug, das zog den kleinen Jungen immer stärker an.

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„Das Schlagzeug sieht einfach cool aus“, antwortet Robin auf die Frage, warum er schon als kleiner Junge unbedingt Schlagzeug spielen wollte. Heute gefällt ihm die Vielfältigkeit, die das Spielen dieses Instruments mit sich bringt. „Die Abwechslung und der Rhythmus machen es aus“, so der junge Musiker, der neben dem Drum-Set auch Stabspiele und die Pauke beherrscht.

„Ich habe es nicht so mit der Harmonie, je schiefer die Takte, desto besser“, erklärt Robin. Nicht immer könnten die Zuhörer seinen Schlägen folgen, erklärt er seine Faszination. Und oft komme er beim Spielen ins Schwitzen, das sei manchmal fast wie Sport, wenn sich Arme und Beine unabhängig voneinander bewegen und dabei im richtigen Takt zusammenspielen.

„Das Spiel bringt ins Gleichgewicht“

„Das Spiel bringt mich ins Gleichgewicht“, so Robin. Manchmal, wenn er gestresst sei, könne er am Schlagzeug seinen Frust und Ärger abbauen. Die Musik forme ihn positiv und räume ein Durcheinander im Kopf auf. Nur nebenbei erwähnt er, dass in seinem Spiel viele Stunden Fleiß stecken. „Zum Üben musste man Robin nie anweisen, das macht er schon immer freiwillig“, erzählt sein Vater.

Robins Lieblingsrichtungen sind Jazz und Funk. Einen Musikstil, den er nicht interessant findet, gibt es allerdings nicht. Ohnehin sei es das Schönste für ihn, in einer Band mit anderen zu spielen. Und dafür möchte er sich auf keinen Stil festlegen, er ist offen für alle Musikrichtungen.

Auch das Songschreiben am Keyboard gehört für Robin Nitschke dazu.
Auch das Songschreiben am Keyboard gehört für Robin Nitschke dazu. | Bild: Sandra Bossenmaier

Der talentierte Musiker konnte bereits Erfahrungen auf etlichen Bühnen sammeln. Mit die spannendsten mit der Band „Dangerous Way“, die sich zwischenzeitlich allerdings wieder aufgelöst hat. Mit ihr gab es sogar einen Auftritt im Fernsehen.

Robin Nitschke reflektiert die Situation allerdings auch recht realistisch: Für Musiker ist es nicht leicht, mit ihrer Kunst Geld zu verdienen. Gerade in der Corona-Pandemie, in der es für Künstler wenig Arbeitsmöglichkeiten gibt, wird dies deutlich. Trotzdem träumt er von einer beruflichen Zukunft als Schlagzeuger. Vielleicht im Musikkorps der Bundeswehr oder in einer Band.

Und parallel dazu hat Robin noch die Idee der Musikproduktion. Im Keller richtete er sich mit Unterstützung seiner Eltern einen Probenraum und ein kleines Tonstudio ein. Hier komponiert er eigene Stücke: „Das Schlagzeug wird in meinen Songs begleitet und ist nicht wie sonst der Begleiter.“