Wer denkt, Kinder beschäftigen sich nur mit Spaß und Spiel, irrt gewaltig. Der neu gegründete Kinderrat der Gemeinde lud zu einem ersten Pressegespräch ein. Dabei berichteten die Kinder über Ideen und Gedanken einer Politik für und von Kindern in Rielasingen-Worblingen.

Die Kinderäte zwischen acht und 13 Jahren machen sich ernsthaft Gedanken um die Zukunft ihrer Gemeinde und beschäftigen sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Soziales. Die Wand im Jugendzentrum Juca 60 ist geschmückt von Plakaten, die mit unzähligen Stichworten beschriftet wurden. Auffällig oft geht es dabei um Umweltschutz und Müllvermeidung.

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„Wir wollen uns dafür einsetzen, dass sich Kinder einbringen können“, lautet die Motivation von Kinderrätin Hannah Bürkle. Sie habe sich vor längerer Zeit, noch vor der Corona-Pandemie, öfters mit Schulsozialarbeiter Mario Maué über die Themen Kinderbeteiligung und Demokratie unterhalten.

Erwachsene wissen nicht immer, was sich Kinder wünschen

„Der Auftrag für einen Kinderrat kam dann direkt von den Kindern“, so Maué beim Pressetermin. „Für Kinderthemen braucht es keine erwachsenen Übermittler. Die Kinder können selber sagen, was sie sich wünschen“, erklärt Maué. Und Hannah Bürkle sieht dies ganz ähnlich: „Erwachsene beschließen manchmal Dinge für uns, die sind aber nicht immer richtig für uns Kinder“, sagt die 13-Jährige.

„Wir sind der Überzeugung, dass Kinder die besten Experten ihrer eigenen Anliegen sind“, unterstreicht Anja Marosits, Leiterin des Kinder- und Jugendförderteams, die Wichtigkeit eines Kinderrates. Man wolle den Kindern im Dorf die Möglichkeit geben, Verantwortung zu übernehmen. Dadurch könnten diese die Erfahrung machen, selber etwas bewirken zu können. So könne ein wichtiger Beitrag zur Demokratie geleistet und die Distanz zwischen Politik und Kindern reduziert werden.

Naturerhalt liegt vielen am Herzen

Der Kinderrat soll als Sprachrohr für die Interessen aller Kinder der Gemeinde wirken. Die jungen Räte zeigten sich motiviert. „Wenn es um Natur geht, bin ich immer dabei“, stellte sich die zehnjährige Stella Wegeng vor. Wenn sie sich etwas vorgenommen habe, setze sie sich auch dafür ein. Und sie möchte etwas für die Umwelt tun, wünscht sich mehr Gerechtigkeit sowie mehr Gemeinschaft.

„Der Kinderrat kann etwas verändern“, ist sich Hannes von Glinowiecki sicher. Er hat die Idee, Spiel und Spaß mit Umweltschutz zu verknüpfen. Das könnte beispielsweise ein Abenteuerspielplatz mit natürlichen Spiel- und Klettermöglichkeiten sein.

Nach den Sommerferien werden die Räte aktiv

Noé Agster ist wegen des Themas Umwelt beim Kinderrat. Er räumt manchmal Müll auf dem Spielplatz in Arlen in den Mülleimer. Warum manche diesen direkt neben den Mülleimer werfen, könne er einfach nicht verstehen. Und auch für Stella Laza ist Spiel und Spaß ein wichtiges Thema. Aber noch viel wichtiger für sie ist die Umwelt. Sie möchte die Dinge anpacken und andere motivieren, es ihr nachzutun.

Nach den Sommerferien soll sich der Kinderrat einmal im Monat treffen, um die selbst formulierten Ziele umzusetzen. Auch ein Austausch mit dem Bürgermeister und dem Gemeinderat soll erfolgen sowie ein bald Kinderforum stattfinden.