Das tut richtig weh. Erst das völlig verunglückte Manöver des Gemeinderats von Rielasingen-Worblingen, den Mietvertrag von Wolfgang Gedeon für seinen Polit-Abend in der Talwiesenhalle mit fadenscheinigen Argumenten annullieren zu lassen; dann die dafür zu erwartende Klatsche des Verwaltungsgerichts Freiburg, das die Auffassung des AfD-Rechtsaußen auf der ganzen Linie bestätigt; und nun kommen im Zuge dieser Auseinandersetzung die Verbrennung eines Buchs von Wolfgang Gedeon, die Deponierung der Asche in seinem Briefkasten sowie die Ermittlungen wegen Manipulationen an seinem Auto ans Tageslicht.

Geht's eigentlich noch? Die Buchverbrennung zeugt von einer historischen Ignoranz, dass es nur so schmerzt, und die Manipulationen am Reifen des Politikers sind keine politische Aktion und lassen sich nicht als dummer Jungenstreich verniedlichen – sie sind kriminell. Das alles ändert übrigens nichts daran, dass man sich über das abstruse Weltbild von Wolfgang Gedeon empören kann, ja muss. Zum Beispiel wenn es um sein neues Buch geht.

Allein die Struktur verdeutlicht, dass der Mann sich in seinem eigenen Universum verliert. Es ist in Interview-Form aufgebaut, wobei Wolfgang Gedeon sich selbst befragt. Diese Selbstherrlichkeit setzt sich beim zwischen Unerträglich- und Unverständlichkeit anzusiedelnden Inhalt fort. Wer das liest, bekommt Mitleid mit dem Papier. Ein schlimmeres Urteil gibt es nicht.