Wie hat sich die Schullandschaft doch verändert. Noch vor wenigen Jahrzehnten unterrichtete ein Lehrer oder eine Lehrerin an einer Dorfschule alle Schüler – von der ersten bis zur vierten Klasse – nicht selten in einem Zimmer. Wenn dann gar einer der Schüler nach der vierten Klasse aufs Gymnasium wechselte, war der Niveausprung in Bezug auf die Anforderungen gewaltig, die plötzlich an die Zehnjährige oder den Zehnjährigen gestellt wurden. Nicht wenige der Kinder scheiterten an diesen hohen Hürden, weil die Eltern nicht helfen konnten, die Nachhilfe zu teuer oder das Kind schlichtweg überfordert war.

Kurze und reibungslose Wege für alle Abschlüsse

Birgit Steiner, die geschäftsführende Schulleiterin von Rielasingen-Worblingen, die für die drei Grundschulen mit derzeit etwa 390 Schülern und für die Ten-Brink-Gemeinschaftsschule mit 450 Schülern und 50 Lehrkräften die Verantwortung trägt, sieht eine ihrer wichtigsten Aufgaben darin, mit den Grundschulen Konzepte für den richtigen Übergang in die fünfte Klasse zu entwickeln. Dies soll den Kindern der Gemeinde kurze und reibungslose Wege für alle Abschlüsse ermöglichen. Dabei sind die Systeme bis zur achten Klasse durchlässig mit Hauptschul-Abschluss, Realschul-Abschluss, Anschluss an die gymnasiale Oberstufe und Weg in den Beruf.

Kooperationen mit vielen Partnern

Wie die geschäftsführende Schulleiterin von Rielasingen-Worblingen weiter erklärt, führe die Gemeinschaftsschule das für die Schülerinnen und Schüler weiter, was die Grundschulen angebahnt hätten: Lernen auf verschiedenen Niveaus, individuelle Unterstützungssysteme sowie vielfältige Musik- und Sportangebote in Kooperation mit Musikschulen und Sportvereinen. Wichtig sei auch die Vorbereitung der Schüler auf den Beruf. Auch hier habe die Ten-Brink-Gemeinschaftsschule (TBS) Partner, insgesamt sieben an der Zahl, wobei die Kooperation mit der Gemeindeverwaltung die engste sei.

Praxis- und Projekttage schaffen ein klareres Bild

Von der der fünften bis zur zehnten Klasse habe jeder Schüler 19 Praxistage, in der siebten Klasse gebe es einen Neigungstag und in der achten Klasse die sogenannten Projekttage mit Assesmentcenter-Charakter. Dabei könnten die Schülerinnen und Schüler sich über ihre Neigungen und Stärken ein klareres Bild machen. Das Leitziel der Ten-Brink-Gemeinschaftsschule lautet nach den Worten von Birgit Steiner: gemeinsam leben, lernen und erfolgreich sein. Der Weg zum Erfolg führe nur über Transparenz und den engen Austausch mit Schülern und Eltern.

Regelmäßige Gespräche mit allen Beteiligten

Als Beispiel nennt die Schulleiterin die Feedbackkultur, also ein System von Rückmeldungen: es gebe die Schullaufbahnberatung für Schüler und deren Eltern, wobei regelmäßig der Lernstand des Schülers festgestellt werde. Zudem würden Coaching-Gespräche geführt, die mit Zielvereinbarungen mit dem Schüler verbunden seien. Die Lerninhalte würden nach Angaben von Birgit Steiner kooperativ und traditionell im Klassenverband, aber auch individuell im sogenannten Lernband vermittelt. Dabei arbeite der Schüler seinem persönlichen Leistungsniveau entsprechend und werde hierbei von der Lehrkraft unterstützt.