Das Jahr 2009 war für die Gemeinde ein besonderes Jahr. Das alte Worblinger Schwimmbad war in die Jahre gekommen und in der bestehenden Form nicht mehr nutzbar. Damals standen die Verantwortlichen vor der großen Frage: Was tun? Die dann getroffene Entscheidung kostete die Gemeinde rund 2,2 Millionen Euro und das bestehende Bad wurde in das Naturbad Aachtal umgewandelt. Dessen zehnten Geburtstag wurde am Wochenende mit zahlreich gut gelaunten Gästen gefeiert.

Am Tag gab es anlässlich des runden Geburtstages einen Familientag mit vielen Aktionsprogrammen der örtlichen Vereine. Der Standortmarketingverein ProRiwo bot Spiele an, Simone Schröter vom Turnverein Rielasingen motivierte die Gäste zur gesunden Bewegung im Wasser.

Wer wollte, konnte erste Erfahrungen unter Wasser sammeln. Die Tauchschule Dreizac aus Espasingen bot ein Schnuppertauchen an, das bei Kindern und Erwachsenen großes Interesse weckte. Unter Wasser atmen und schweben zu können, begeisterte alle.

Die Feuerwehr Rielasingen-Worblingen sorgte mit einem Gegenströmungskanal für Spaß im Wasser und die örtliche DLRG, die an den Wochenenden regelmäßig die Badeaufsicht unterstützt, inszenierte einen typischen Badeunfall, um die Leistungsstärke der Rettungsschwimmer zu demonstrieren.

Helfer mit beeindruckender Einsatzbereitschaft

Ayleen Bock schwimmt im Sprungbecken. Rebecca Bechler-Maier, die sich auf dem drei Meter hohen Sprungfelsen auf ihren Sprung ins erfrischende Wasser vorbereitet, bemerkt das Mädchen unter sich im Wasser nicht. Zum Glück ist es nur eine Übungsannahme, allerdings ist eine solche Situation in einem Freibad durchaus vorstellbar. Die Frau springt direkt auf das schwimmende Mädchen, welches daraufhin schmerzerfüllt nach Hilfe ruft. Ohne zu zögern springen Thomas Honeck vom DLRG und Bademeister Deniz Aktas ins Wasser, um das Mädchen zu stabilisieren und aus dem Wasser zu retten. An Land wird die Verletzte dann an die herbei gerufenen Helfer vom örtlichen Roten Kreuz übergeben.

Im Wasser wird eine typische Unfallsituation in einem Freibad nachgestellt. Den Test im Naturbad Aachtal bestehen die Retter mit einer Einsatzbereitschaft, die die Zuschauer beeindruckt.
Im Wasser wird eine typische Unfallsituation in einem Freibad nachgestellt. Den Test im Naturbad Aachtal bestehen die Retter mit einer Einsatzbereitschaft, die die Zuschauer beeindruckt.

Vertragsverlängerung mit der Pächterfamilie

Präsentiert wurden eine perfekte Zusammenarbeit und die Leistungsstärke der Hilfsorganisationen. Für Rettungsaktionen ist ein gutes Miteinander der Beteiligten wichtig – wie auch ein gutes Miteinander zwischen der Pächterfamilie Aktas und der Gemeindeverwaltung wichtig ist. Bürgermeister Ralf Baumert verkündete am Festabend, dass die Pächterfamilie einen Vertrag für fünf weitere Jahre unterschrieben hatte und sich weiterhin um das Naturbad kümmern wird. Für diese Nachricht ernteten Bürgermeister und Pächterin Nurhayat Aktas Applaus der Festgäste.

Bademeister Deniz Aktas ist nass. Bei einer nachgestellten Unfallsituation sprang er ohne zu zögern ins Wasser, um das Mädchen Ayleen zu retten.
Bademeister Deniz Aktas ist nass. Bei einer nachgestellten Unfallsituation sprang er ohne zu zögern ins Wasser, um das Mädchen Ayleen zu retten.

Die Gemeindeverwaltung ist darauf bedacht, auf die Wünsche und Bedürfnisse der Badegäste einzugehen. Im Herbst soll ein Förderverein „Naturbad„ gegründet werden. Interessierte konnten sich am Naturbadfest in ausgelegte Listen eintragen und damit ihr Interesse an einem solchen Verein bekunden. Seit Eröffnung wurden weitere 500.000 Euro in die Infrastruktur des Bades investiert. Und überhaupt lässt sich die Gemeinde das Naturbad etwas kosten. Pro Jahr werden ungefähr 300.000 Euro Betriebskosten bezuschusst. In Kürze wird es im Nichtschwimmerbecken eine Veränderung geben. Die bestehende Rutschbahn wird gegen eine Speedrutsche aus Edelstahl ausgewechselt.

Kein Chlor – aber Algen

„Algenpackungen gibt es hier günstig dazu“, erklärte Ralf Baumert bei der Geburtstagsansprache. Woanders müsse man für solche Kosmetikbehandlungen viel Geld bezahlen. Da das Badewasser aus einer Quelle unterhalb des Schiener Berges stammt und auf chemische Zusätze wie Chlor verzichtet wird, lassen sich Algen im Wasser nicht ganz vermeiden.

Am Abend sorgten die Bands „7rockx“ und „Sammeltaxi“ für tanzbare Stimmung bei der Open-Air-Veranstaltung, während der SV Worblingen, TC Worblingen, Standortmarketingverein ProRiwo, der Freundeskreis Ardea und die Familie Aktas für die Verköstigung der Gäste sorgten.