Für Jutta Gold war es ihr Leben lang selbstverständlich, sich einzubringen, sich zu engagieren, Verantwortung zu übernehmen und so ihr näheres und weiteres Umfeld mitzugestalten. Angefangen von der Schülervertreterin bis hin zur Gemeinderätin und Bürgermeisterstellvertreterin. „Ich hab´ immer gleich ein Amt gehabt“, sagt die 61-Jährige. „Aber das hat auch gepasst und mir Freude gemacht. Ich habe dadurch immer dazugelernt und bin weiter gekommen.“ Den Entschluss, für den Gemeinderat zu kandidieren, hat Gold bis heute nicht bereut. Mit freudig leuchtenden Augen erzählt Gold, wie gerne sie sich kommunalpolitisch betätigt. Da ist es nur folgerichtig, dass ihr Entschluss feststeht: "Ich kandidiere nächstes Jahr ein weiteres Mal!"

Der Gedanke für eine Kandidatur reifte in ihr in ihrer Zeit als Elternvertreterin der Hebelschule. Da kam sie nun intensiver mit den Belangen der Gemeinde zusammen. Die Familie Gold lebte zu dem Zeitpunkt seit sieben Jahren in Arlen, sah hier ihre Heimat und hatte gut Fuß in den örtlichen Vereinen und Institutionen gefasst. Von der örtlichen SPD gefragt, deren langjährige Vorsitzende sie später wurde, kandidierte sie 1994 zum ersten Mal und wurde gleich gewählt – und seitdem mit einer beachtlichen Stimmenzahl vier weitere Male. Golds Themen waren nie typisch frauenspezifisch, obwohl sie schon sagt, dass man als Frau und Mutter das eine oder andere von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet. Von daher findet sie es auch schade, dass aktuell nur drei Frauen zum Ratsgremium gehören. Viele ihrer Geschlechtsgenossinnen scheuten vor einer Kandidatur zurück, weil sie sich zu wenig kompetent fühlten, weiß sie. Und hält dagegen: „Ich war von Anfang an im Technischen und Umwelt Ausschuss. Technisches kann man lernen. Was man als Kommunalpolitiker braucht, sind in erster Linie ein Herz am rechten Fleck, ein gutes Bauchgefühl und Interesse an der Gemeinde, in der man lebt.“

Besondere Befriedigung geben Gold ihre kommunalpolitischen Aktivitäten, wenn es möglich ist, dem Bürger im Rahmen der gegebenen finanziellen Möglichkeiten über die Pflichtaufgaben der Gemeinde hinaus, wie eine gute Schul- und Kinderbetreuungsinfrastruktur, ein gutes Stück mehr an Lebensqualität zu geben. Das können ganz kleine Dinge sein, wie die von ihr initiierten Blumenkübel an den Brückengeländern. Das kann aber auch die Bereitstellung von tollen Möglichkeiten für den Sport und das Gemeinschaftsleben sein. Die erste grobe Skizze im SPD-Antrag für die Talwiesen-Doppelhallen in ihrer jetzigen Form mit all ihren Synergieeffekten stammt von ihr. „Das ist das Schöne an unserer Fraktion“, so Gold: "Wir bringen unsere Visionen ein."

Vieles, was ihr in ihrer Ratszeit wichtig war, ist zwischenzeitlich umgesetzt. Woran es hakt ist die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums. Für den sozialen Wohnungsbau hat sich die SPD-Fraktion seit Jahren stark gemacht: „Da hinkt die Gemeinde noch hinterher“. Was ihr immer noch am Herzen liegt, ist die Ausweitung der touristischen Aktivitäten – und dazu zählt für sie immer noch der von ihr schon früher favorisierte naturnahe Eco-Campingplatz. „Da wird die Zeit vielleicht auch noch reif“, so ihre Zuversicht.

Zur Person und zur Serie

  • Jutta Gold zog mit ihrer Familie 1987 in den Ortsteil Arlen von Rielasingen-Worblingen. Die gelernte Chemielaborantin hat nach einer Erziehungszeit nochmal die Schulbank gedrückt. Als Hauswirtschaftsmeisterin obliegt ihr heute die Einsatzleitung der Dorfhelferinnen. Jutta Gold war 15 Jahre Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, aktuell ist sie die stellvertretende Vorsitzende. Sie engagiert sie in der katholischen Frauengemeinschaft Arlen. Ihre Hobbies sind der Wintersport und Reisen mit ihrem Wohnmobil.
  • Zur Serie: 2019 sind Kommunalwahlen und Frauen sind in den Gemeinderäten nach wie vor unterrepräsentiert. In Rielasingen-Worblingen sitzen 15 Männer und drei Frauen im Gemeinderat. Wir möchten in unserer Serie Gemeinderätinnen vorstellen und nach dem Grund für Engagement und ihren Visionen fragen.