So etwas hat es in den Kirchengeschichte der Seelsorgeeinheit im Aachtal wohl noch nie gegeben: Über 100 Ministranten aus Arlen, Bohlingen, Rielasingen, Überlingen am Ried und Worblingen überraschten Pfarrer Arthur Steidle bei einem gewöhnlichen Gottesdienst in Worblingen und wollten dem beliebten Seelsorger mit dieser besonderen Geste ihre große Wertschätzung zum Ausdruck bringen.

„Ein Gänsehaut-Erlebnis“

Die von den Minis geheim gehaltene und gut organisierte Aktion ist mehr als geglückt, denn Pfarrer Steidle traute zu Beginn der Messe seinen Augen nicht, als plötzlich die Türen aufgingen und ein fast endloser Zug von Ministranten mit Kreuzen und Fahnen in die Kirche einzogen.

Vorneweg trugen sie Sitzbänke mit, im Altarraum versammelten sie sich, um dem Seelsorger dann nahe zu sein. „Das war ein absolutes Gänsehaut-Erlebnis der Ministranten“, sagte Diakon Carmelo Vallelongo später und sprach damit vielen der überwältigten Gottesdienstbesucher aus dem Herzen.

„Jugendarbeit an erster Stelle“

„Pfarrer Arthur Steidle ist einfach ein herzensguter Mensch, für ihn steht die Jugendarbeit an erster Stelle“, sagte Tobias Röhlig, einer der Oberministranten aus den Seelsorgepfarreien. Oberministrantin Janine Rausch pflichtete ihm hinzu: „Mit seiner herzlichen Art zieht Pfarrer Steidle die Kinder und Jugendlichen förmlich zum Dienst in die Kirche an“ sagte sie.

Pfarrer Arthur Steidle trägt die Stola mit allen 128 Namen der Ministranten.
Pfarrer Arthur Steidle trägt die Stola mit allen 128 Namen der Ministranten. | Bild: Rolf Hirt

Das sei der Grund gewesen, um dem beliebten Seelsorger an einem gewöhnlichen Gottesdienst zu überraschen und ihm einfach mal Danke zu sagen. Als Zeichen der Wertschätzung gestalteten sie eine Stola mit den Namen aller 128 Ministranten in der Seelsorge und legten sie Pfarrer Arthur Steidle während der Messe um den Hals.

Auch weiterhin Ausflüge

„Die Kinder und Jugendlichen sind unsere Zukunft in der Kirche“, sagte der 63-jährige Arthur Steidle als Dank für diese tolle Geste. Er versprach den Ministranten, auch weiterhin Ausflüge mit ihnen zu unternehmen.

Steidle erzählte, wie vor ein paar Wochen eine Gruppe der Jugendkantorei mit Sven Mendel in Urlaub geflogen sei. „Vor dem Abflug hatten sie mir noch angerufen und baten am Flughafen per Telefon um den Reisesegen, das ist doch herrlich“, sagte Arthur Steidle beeindruckt.