Am Samstagvormittag ist richtig was los im "Scheffler", dem Schreibwarenladen in Arlen. Treue Stammkunden geben sich sozusagen die Klinke in die Hand. Ein einziges Thema beherrscht die Gespräche an diesem Morgen: die Schließung dieses Traditionsgeschäftes in Arlen. "Der Laden hat zu unserem Leben gehört", bedauert Klaus Rohr aus Arlen die Schließung. Als Kind sei er hier nach der Schule gerne Süßigkeiten einkaufen gegangen.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Schon etliche Jahre war keine große Wirtschaftlichkeit mehr gegeben. "Früher waren wir das Fachgeschäft für Schulbedarf, heute sind wir nur noch Lückenbüßer für die großen Billiganbieter", berichtet die heutige Eigentümerin Monika Alwin. Auch wenn ihr die Entscheidung zum Schließen des "Schefflers" sichtbar schwergefallen ist, ist für sie jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, ins Rentendasein zu wechseln.

Ihre Mutter Charlotte Scheffler hatte Anfang der 60er-Jahre den Laden in Arlen an der Lindenstraße eröffnet. Dieser lief bereits nach kurzer Zeit so gut, dass auch der Vater im Laden mit arbeitete. Alwin erinnert sich an diese Zeit, von Hosenträgern bis zum Wasserfarbkasten hätte es alles Notwendige im Sortiment gegeben. Vor etwa 30 Jahren war dann die Tochter Monika, die ursprünglich den Beruf der Chemielaborantin erlernt hatte, in die Arbeit mit eingestiegen – bis sie das Geschäft dann vor 22 Jahren komplett übernahm und seither führt.

"Ein Stück Arlen geht mit der Schließung des Schefflers leider verloren. Für viele Generationen war dieser Laden Bezugspunkt und ein Treffpunkt", so Carmelo Vallelonga aus Arlen. Auch er erinnert sich daran, wie man am ersten Schultag nach den Sommerferien in einer Schlange anstehen musste, um Schulhefte kaufen zu können. Die Welt würde durch die Schließung keinen Mangel erleben, für die Arlemer ginge jedoch etwas zu Ende, was in einer Internet-Einkaufswelt nicht aufgefangen werden könne.