Bei der Verabschiedung des Haushalts 2019 zeigten sich in der Ratsrunde zufriedene Gesichter. "Wir sind eine gesunde Gemeinde mit einer guten Struktur und schönen Rücklagen", freute sich FW-Gemeinderat Hermann Wieland. Etwas gedämpfter fiel die Beurteilung von Bürgermeister Ralf Baumert aus: "Wir stehen solide da." Bei voraussichtlich zehn Millionen Rücklagen am Jahresende könne man beruhigt schlafen.

In Zukunft kommen viele Brandschutz-Investitionen

Allerdings kämen auf die Gemeinde mittelfristig viele teure Aufgaben zu. Ab 2020 erforderten die aktuellen Brandschutzvorschriften etliche Investitionen in den Kinderhäusern, im Rathaus und im Bauhof. Dazu kämen Sanierungen im Tiefbaubereich. Und dann sei da auch das Thema Digitalisierung an der Schule, dessen Kosten noch nicht einzuschätzen seien.

Die Personalkosten lägen – die gesetzliche Tariferhöhung eingerechnet – bei 6,9 Millionen Euro. In den letzten Jahren sei insbesondere der soziale Bereich personell aufgestockt worden. Das sei aber trotz der Mehrkosten eine gute Investition gewesen, so der Bürgermeister.

Kämmerin: "Es kündigt sich eine Dämpfung an"

Die Kämmererin Verena Manuth betrachtete insbesondere die Einkommenssituation: "Die Steuereinnahmen sprudeln noch, es kündigt sich aber eine Dämpfung an." Man habe 2019 zwar noch gute Steuereinnahmen, aber sie seien geringer als in den Vorjahren.

"Die Gemeinde hat mit durchschnittlich gut 2,5 Millionen Euro keine großen Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Wir haben eher mittelständische Betriebe", so Manuth. Das sei einerseits gut, weil man damit nicht so stark konjunkturabhängig sei. Das sei man andererseits aber bei den Zuweisungen von Land und Bund. Diese sprudelten umso stärker, je besser es der Wirtschaft gehe.

Gemeinde kann Investitionen selbst stemmen

Als positiv führte die Kämmererin an, dass der sächliche und Betriebsaufwand lediglich 15,6 Prozent der Gesamtausgaben des Verwaltungshaushalts betrage. Die Personalausgaben lägen bei 23 Prozent. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt wird voraussichtlich bei 3,7 Millionen Euro liegen. "Das ist eine optimale Rate", so Manuth.

Der Betrag stehe zur Finanzierung der mit rund vier Millionen Euro angesetzten geplanten Ausgaben und Investitionen zur Verfügung. Knapp zwei Millionen Euro sollen den Rücklagen zugeführt werden. Diese erreichen damit eine Höhe von fast 10 Millionen. Das sei kein Spitzenwert, so Manuth, sondern entspreche dem Durchschnitt.

Deutlich weniger Pro-Kopf-Verschuldung als im Landesdurchschnitt

Seit 2010 gab es keine Neuverschuldung. Das wird auch 2019 nicht der Fall sein. Allerdings wird zur Nachfinanzierung der großen Investitionen in den Jahren 2017/18 eine Kreditermächtigung von 1,9 Millionen Euro in Anspruch genommen werden. "Das sind rentierliche Schulden", erklärte Baumert. Das Geld sei hauptsächlich für die aufgestockte Beteiligung an der Netzgesellschaft benötigt worden.

Die Schulden werden trotz des Kredits bei nur 157 Euro pro Kopf liegen. Im Landesdurchschnitt beträgt die Verschuldung 379 Euro.