Macht es Sinn, einen Bauantrag für zwei Mehrfamilienhäuser einzureichen, die in einem Wohngebiet gebaut werden sollen, für das ein Bebauungsplan (B-Plan) aufgestellt wird? Mit dieser Frage befassten sich die Mitglieder des Gemeinderates in Rielasingen-Worblingen in einer öffentlichen Sitzung.

Die Politiker mussten sich dabei dem Spagat zwischen der gewünschten Nachverdichtung in der Oberdorfstraße und einer klar nachvollziehbaren Linie beim Bearbeiten von Baugenehmigungen stellen. Ein Spagat, der nicht ganz einfach ist.

Zwei Bauanträge für ein Bauvorhaben

Dem Beschluss, dass entlang der Oberdorfstraße ein B-Plan erstellt wird, war ein Bauantrag des selben Antragsstellers auf dem selben Grundstück vorangegangen. Der Antragssteller wollte wissen, ob er trotz des laufenden Bebauungsplanverfahren für einen neuen Bauantrag, bei dem er sich an die neuen Vorgaben halten würde, eine Genehmigung erwarten könne. So würde eine Realisierung des Bauvorhabens nicht in die Länge gezogen werden.

Grund für die Kritik: Das ursprünglich geplante Objekt hätte sich nicht in das Bild des bestehenden Wohngebietes eingefügt. Die geplanten Gebäude wirkten durch ein Flachdach wie dreigeschossige Gebäude. Befürchtet wurde, dass diese Häuser wie Fremdkörper wirken könnten. Dadurch würden sie das Ortsbild stören.

Neue Bauvorschriften sollen Genehmigung vereinfachen

Der ursprüngliche Bauantrag war deshalb abgelehnt worden, wie Hartmut Riester, Bauabteilungsleiter der Gemeinde erläutert. Die Kommunalpolitiker beschlossen daraufhin, einen B-Plan und örtliche Bauvorschriften für das Gebiet entlang der Oberdorfstraße aufzustellen. Zum einen wurde befürchtet, dass es bei ähnlich großen Grundstücken, auf denen sich momentan kleine Häuser befinden, zu ähnlichen Situationen kommen könnte.

Das möchte man gerne verhindern. Zum anderen möchte man den Grundsatz Innen- vor Außenentwicklung umsetzen. Der Gemeinderat gab dem Vorhabenträger nach einer regen Diskussion ein positives Signal zum Einreichen des neuen Bauantrages.