Wer in Rielasingen-Worblingen wohnt, kann recht ruhig schlafen: Die Kriminalität liegt in der Aachtalgemeinde in allen Bereichen unter dem Landes- und dem Kreisdurchschnitt. "Sie stehen gut da, eine Oase der Ruhe", versicherte Thomas Krebs dem Gemeinderat. Der Leiter des Polizeireviers Singen ist zur Zeit in den Kommunen seines Zuständigkeitsbereichs unterwegs, stellt die jeweilige Kriminalstatistik 2018 vor und informiert über die Sicherheitslage vor Ort.

343 Straftaten wurden aufgenommen. Das ist die niedrigste Zahl der letzten fünf Jahre. Die Aufklärungsquote lag mit 65 Prozent um drei Prozent höher als im Landesdurchschnitt. Die Zahl der der Tatverdächtigen lag bei 168; im Jahr 2015 waren es noch 195 gewesen.

Besonders viel zu tun gab es für die Polizei im Umfeld der Ten-Brink-Schule (unter anderem Fahrraddiebstahl, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigungen), bei EDEKA (Ladendiebstähle), in den Sportzentren (Sachbeschädigungen , Diebstahl) und im Naturbad Worblingen (Sachbeschädigungen, Diebstähle). Es gab keine Tötungsdelikte und keine Vergewaltigungen.

In vier Fällen wurde gegen die sexuelle Selbstbestimmung verstoßen (Exhibitionismus und Verbreitung pornografischer Schriften).

Wermutstropfen: Zahl der Körperverletzungen nimmt zu

Mit 56 Fällen von Körperverletzung und Nötigung war im Fünf-Jahres-Vergleich ein leichter Anstieg zu bemerken. Stark angestiegen sind mit dem Wachsen des Online-Handels die Vermögens- und Fälschungsdelikte. Unter den 42 straffällig gewordenen Ausländern – auch Schweizer, die hier einen Joint rauchten, zählen zu dieser Gruppe – waren vier Asylbewerber, wobei es sich in zwei Fällen um Verstöße gegen das Asylrecht gehandelt hat.

In Rielasingen ist in den letzten Jahren stark in die Sozialarbeit, insbesondere in die Jugend- und Schulsozialarbeit investiert worden. Das zahlt sich nun bereits aus: Unter den 172 Tatverdächtigen befanden sich lediglich 39 Kinder, Jugendliche und Heranwachsende.

Polizei wartet auf ausgelernte Azubis

Bürgermeister Ralf Baumert bedankte sich bei Krebs und beim Leiter des örtlichen Polizeipostens Norbert Fahr für die gute Zusammenarbeit. Ein besonderes Lob fand er dafür, dass die Polizei im Ort Präsenz zeige. Das gebe dem Bürger gefühlte Sicherheit.

Zur personellen Besetzung gefragt, erklärte Krebs, dass das Revier eine Sollstärke von 123 Leuten habe, tatsächlich derzeit mit 98 Mitarbeitern besetzt sei. Der Polizeiposten in Rielasingen – "früher fünf Leute, jetzt vier" – werde ab Sommer nur noch drei Polizisten haben.

Man sei bemüht so gut wie möglich aufzustocken. Polizisten an der Pensionsgrenze würden um Verlängerungen gebeten: "Ich habe im Streifendienst aber niemanden, der verlängert." Derzeit befänden sich zwar viele in der Ausbildung, aber diese dauere eben drei Jahre.