Rielasingen-Worblingen Polit-Profi Willy Wimmer warnt vor Kriegstreibern

Ex-Staatssekretär Willy Wimmer fordert bei einem Vortrag in Rielasingen-Worblingen die Bürger auf, sich in die Politik einzumischen.

Mit dem dringenden Appell: „Was wir brauchen, ist wieder mehr staatsbürgerliches Bewusstsein“, begrüßte Willy Wimmer, bis 1992 Parlamentarischer Staatssekretär im Verteidigungsministerium, das Publikum im bis auf den letzten Platz ausverkauften Saal des Hotel Krone in Rielasingen-Worblingen.

33 Jahre saß Wimmer für die CDU im Bundestag. Er stellte auf Einladung der Bücherstube Rielasingen sein Buch „Wiederkehr der Hasardeure. Europa in Gefahr“ vor. In seinem Vortrag betont er, dass gerade im deutschen Südwesten bürgerschaftliches Engagement eine gute Tradition habe. Er könne verstehen, dass man sich angesichts der komplexen politischen Situationen lieber ins Private zurückziehe, doch wäre das Engagement der Bürger dringlicher denn je. „Schreiben Sie persönlich gehaltene Briefe an die Kanzlerin, an die Minister oder an Martin Schulz, den Präsidenten des Europäischen Parlaments“, fordert er das Publikum auf.,

Große Sorge bereitet dem Rheinländer, der in jovialer Weise Klartext redet, dass in den Regierungen die „Hasardeure“ wieder die Oberhand gewännen, die kriegerische Lösungen von Konflikten anstreben. Offensives Vormachtstreben der USA prangert er ausführlich an und erläutert die rote Linie in der US-Außenpolitik, die bereits seit 1871 kontinuierlich verfolgt wird.

Wimmer, der bis zum Jahr 2000 Vizepräsident der OSZE war, warnt allerdings davor, stattdessen nun ein Bündnis mit Russland zu schmieden. Denn das Denken in Einflusssphären unterscheide sich laut Wimmer kaum. Er plädiert hingegen für eine europäische Friedenspolitik und dem Festhalten an Verhandlungen mit allen Beteiligten. Im Ukraine-Konflikt begrüßt er deshalb das Engagement des französischen Präsidenten Hollande, dem sich Kanzlerin Merkel angeschlossen hat.

Neben dem Ukraine-Konflikt geht Wimmer auch auf die Flüchtlingsproblematik („Der Bundesinnenminister duckt sich weg“) und auf das Freihandelsabkommen TTIP ein: „TTIP ist ein elementarer Angriff auf die parlamentarische Demokratie“, so Wimmer.

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