Ingo Neumann von der STEG Stadtentwicklung GmbH, ein erfahrener Sanierungsträger aus Stuttgart, möchte Glück ins Quartier bringen. Neben diesem Glück gibt es 1,166 Millionen Euro aus einem Bund-Länder-Programm der Städtebauförderung zur Verwendung im Sanierungsgebiet „Rielasingen Ortsmitte II“. Dieses ist nördlich von der Brücke über die Radolfzeller Aach begrenzt und erstreckt sich bis zur Ecke Ramsener Straße/Feuerwehrstraße.

Das Hauptaugenmerk in Sachen Sanierung liegt dabei auf der Hauptstraße zwischen Volksbank- und Sparkassenkreisel. Während der zehnjährigen Laufzeit des Städtebauförderprogrammes könnte hier in den nächsten Jahren ein neues Ortsbild entstehen.

Bei einem Ortsrundgang erfahren Bürger Näheres über die Pläne

Noch sind die Planungen ganz am Anfang. Die Verantwortlichen möchten die Geschäftsinhaber im Ortszentrum, die Bewohner, Eigentümer und Anlieger schon frühzeitig informieren und in die Planungen mit einbeziehen. Zu diesem Zweck gab es eine Auftaktveranstaltung mit umfangreichen Informationen rund ums Thema. Fachleute von der Gemeindeverwaltung und der STEG beantworteten Fragen von Bürgern. Bei einem Ortsrundgang wurde besprochen, wie eine Neugestaltung aussehen könnte.

14 000 Fahrzeuge pro Tag

„Wir wollen und müssen in Rielasingens Ortsmitte etwas tun“, so Bürgermeister Ralf Baumert bei der Auftaktveranstaltung. Ein Riesenproblem werde die nächsten Jahre jedoch bestehen bleiben, so Baumert: der starke Durchgangsverkehr mit rund 14 000 Fahrzeugen pro Tag.

Aber: „Rielasingens Ortsmitte soll attraktiver werden“, formulierte Planer Ingo Neumann das große Ziel. Von Beginn an wolle man möglichst viel gemeinsam mit den Bürgern planen und auf deren Wünsche eingehen. Umgestaltungsmöglichkeiten wünscht man sich auch für den zentral gelegenen Kirchplatz vor der St.-Bartholomäus-Kirche. Nach Gesprächen mit der Kirchengemeinde könne man sagen, dass sich diese offen für Neues zeige.

Bei einem Rundgang durch Rielasingens Ortsmitte wird darüber gesprochen, wie diese attraktiver gestaltet werden könnte.
Bei einem Rundgang durch Rielasingens Ortsmitte wird darüber gesprochen, wie diese attraktiver gestaltet werden könnte.

Auch der für die STEG arbeitende Architekt Jan Blanek aus Stuttgart sieht in der Neugestaltung der Ortsmitte ein großes Potenzial. Nun gelte es, städtebauliche Missstände auszuräumen.

Wer ein Gebäude im Sanierungsgebiet besitzt, sollte möglichst früh mit den Zuständigen Kontakt aufnehmen. Schon jetzt sei klar, dass sich eine Gebäudesanierung rechnet, demonstrierte Ingo Neumann anhand eines Beispiels.

Es ist keine leichte Aufgabe, Rielasingens Ortsmitte zu einem attraktiven Treffpunkt umzugestalten. Die Verantwortlichen zeigen sich aber auch dank der zur Verfügung stehenden Fördermittel zuversichtlich (von links): Architekt Jan Blanek, Planer Ingo Neumann, Bürgermeister Ralf Baumert, Bernd Caldart von der Sanierungsstelle des Rathauses, Ortsbaumeister Martin Doerries und Stadtplaner Burkhard Schmallenbach.
Es ist keine leichte Aufgabe, Rielasingens Ortsmitte zu einem attraktiven Treffpunkt umzugestalten. Die Verantwortlichen zeigen sich aber auch dank der zur Verfügung stehenden Fördermittel zuversichtlich (von links): Architekt Jan Blanek, Planer Ingo Neumann, Bürgermeister Ralf Baumert, Bernd Caldart von der Sanierungsstelle des Rathauses, Ortsbaumeister Martin Doerries und Stadtplaner Burkhard Schmallenbach.

Je nach Art der Sanierung gibt es unterschiedlich hohe Förderungen. Ein Klassiker sei eine Gebäudesanierung im Wert von 100 000 Euro, hier könne durchaus mit einer Förderung in Höhe von 30 000 Euro gerechnet werden.

Die Planer stehen jetzt vor der großen Aufgabe, den öffentlichen Raum mit Parkmöglichkeiten, dem bestehenden Durchgangsverkehr und Radfahrwegen mit den Wünschen der Bewohner und Geschäftsinhaber zu verbinden und dabei eine neue und attraktive Ortsmitte zu gestalten. Erste Wünsche nach grünen Oasen mit Sitzmöglichkeiten und beispielsweise einem Schachspiel wurden bereits geäußert.