Rielasingen-Worblingen – Spaß am Theaterspielen und die Liebe zum heimischen Dialekt verbindet die Mitglieder der Mundartbühne Worblingen. Seit 35 Jahren hat Josef Bölle die Gesamtleitung inne und sorgte nun mit einem Schwank von Wilfried Reinehr – "Tante Trude vu Buxdehude" – für Begeisterung beim Publikum im Gemeindehaus St. Nikolaus.

Dabei spielt das Stück eigentlich in Norddeutschland. Doch Josef Bölle brachte die Geschichte auf dem Bauernhof der Eheleute Boskopf authentisch und heimatverbunden nach Worblingen. Einige Szenen schrieb er um. "Auf unsere Schnorre", so bezeichnet Thomas Bertsche, der den Bauer spielte, das Wichtigste – die Übertragung in den heimischen Dialekt. "Der heimische Dialekt ist herrlich", freut sich Walter Möll von der Muettersproch-Gesellschaft-Hegau über den großen Erfolg bei der Premiere.

Viele und schnelle Texte sind eine Herausforderung für Laienschauspieler. Die Akteure der Mundartbühne Worblingen meisterten das hervorragend. Mit Betreten der Bühne legten sie ihre eigenen Persönlichkeiten ab und schlüpften glaubwürdig in ihre Rollen. "Theaterspielen ist ein Kindheitstraum von mir", erklärt Theo Rüttinger, der im Stück einen liebenswürdigen Knecht spielt. Der heimische Dialekt bedeutet für Rüttinger Pflege der eigenen Kultur. Nach Betreten der Bühne sei seine Anspannung sofort verflogen. Die Freude am Theaterspiel war ihm, wie auch den anderen Schauspielern, sofort anzumerken.

30 Proben gab es für den Schwank rund um die wohlhabende Tante Trude und die geldgierige Bäuerin Agnes Boskopf. "Wir proben und spielen im Gemeindehaus. Es ist uns wichtig, den Gewinn hier zu investieren", so Bölle. Wie jedes Jahr wird der Reinerlös der insgesamt vier Aufführungen der Pfarrgemeinde Worblingen gespendet. In diesem Jahr ist die Anschaffung neuer Stühle vorgesehen.

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