Eine Lesung kann auch ganz großes Kino sein. So war es auf jeden Fall bei Alexa Hennig von Lange, die im Kulturpunkt Arlen ihren neuen Roman "Kampfsterne" im Rahmen der Erzählzeit ohne Grenzen vorstellte.

Die Handlung spielt in den Achtziger Jahren. Die Protagonisten: drei Familien, die in einer Siedlung leben. Die Eltern tun alles, damit ihre Kinder zu Genies werden. Cello- oder Geigenunterricht und Intelligenztest gehören da natürlich dazu.

Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein in den Familiengeflechten. Jeder kommt in dem Roman zu Wort, schildert die eigene Perspektive. Und es ist erstaunlich, manchmal schockierend, was da zutage kommt.

Voller Einsatz der Stimme

Alexa Hennig von Lange, Jahrgang 1973, schlüpft beim Lesen mit vollem Einsatz ihrer Stimme in die Rollen ihrer Figuren. So bekommen die rund 100 Zuhörer Einblicke in die Gedanken der 15-jährigen Cotsch, ihrer achtjährigen Schwester Lexchen oder des 16-jährigen Johannes, der immer gern an technischen Dingen herumfrickelt. Er sieht sich schon mit Constanze (Cotsch) im Bett.

Auch Rita, die Mutter von Johannes, will die beiden verkuppeln. Doch Cotsch sieht sich als ganz anderes Kaliber – nämlich als eine, die jeder haben will. Da wird sie sich doch nicht auf einen einlassen, der wie ein verrückter Professor aussieht.

Die Paare haben offenbar auch so ihre Probleme miteinander. Ob die Unzufriedenheit der Erwachsenen zu neuen Konstellationen führen, kann sich jeder selbst erlesen.

Schreiben ist für sie Meditation

Schon früh hat Alexa Hennig von Lange angefangen zu schreiben. "Dies liegt wohl daran, dass mein Vater uns mit seiner prägnanten Stimme immer gern Grimms Märchen vorgelesen hat", erzählt sie. Als sie mit 13 Jahren das Buch "Der Fänger im Roggen" von Jerome David Salinger gelesen habe, habe sie sich voll mit der Hauptfigur identifiziert.

Genau in diesem Alter erhielt sie auch den ersten Preis für eine Kurzgeschichte. Heute ist Schreiben für sie Meditation. Dass dabei immer Aspekte aus ihrem Umfeld mit einfließen, gehört dazu. Zurzeit schreibe sie ein Buch über ihre Eltern und ihren Mann.