Hegau MZV Hegau macht mit Müll Gewinn

Müllabfuhrzweckverband legt erfreuliche Bilanz vor und präsentiert einen neuen Verbandsrechner. Üppiges Finanzpolster lässt einen Wertstoffhof als Vision für die Zukunft möglich erscheinen.

Eine saubere Sache ist es regelmäßig, wenn der Müllabfuhrzweckverband (MZV) im Hegau seine Bilanzen vorlegt. Der Zweckverband sorgt dafür, dass für knapp 44 000 Menschen in rund 16 000 Haushalten zwischen Engen und Gailingen etwa 18 000 Tonnen Müll entsorgt werden und beweist alljährlich, dass auch öffentliche Unternehmen wirtschaftlich arbeiten können: 2014 wurden knapp 130 000 Euro Plus gemacht, 2015 über 280 000 Euro und für vergangenes Jahr rechnen die Verantwortlichen mit einem Gesamtergebnis von rund 150 000 Euro. "Unser Dank gilt den Mitarbeitern des Unternehmens, sowohl in der Verwaltung als auch auf der Straße. Sie sind bei wind und Wetter immer unterwegs für die Bürger", lobte Rielasingen-Worblingens Bürgermeister Ralf Baumert als Verbandsvorsitzender die Arbeit des Zweckverbands bei der öffentlichen Verbandssitzung.

Das Finanzpolster wächst. Besonders rentabel sei derzeit das Altpapier. "Unser Vorteil ist, dass wir sehr gute Qualität liefern können", erklärt Pfeiffer. Nicht zuletzt der große Anteil treuer SÜDKURIER-Leser in den Hegau-Gemeinden helfe dem Zweckverband profitabel zu wirtschaften. "Zeitungspapier ist auf dem Markt wertvoller als Kartonagen", verrät der MZV-Geschäftsführer. Die gute Wirtschaftslage zahlt sich auch für die Kunden aus. "Wir können auch für die kommenden fünf Jahre Gebührenstabilität garantieren", verspricht Geschäftsführer Eckhardt Pfeiffer angesichts der Bilanzen. Seit mehr als zehn Jahren vermeidet der Verband das Drehen an der Gebührenschraube und will an dieser Tradition langfristig festhalten.

Einmal mehr ist solide gewirtschaftet worden, sodass die erhobenen Gebühren gut ausreichen, um das Geschäft zu erledigen und die nötigen Zukunftsinvestitionen zu stemmen. Dabei gelingt es obendrein, die Rücklagen wachsen zu lassen. Das schafft einerseits Sicherheit, weckt andererseits aber Begehrlichkeiten. "Müssen wir über eine Gebührenreduzierung nachdenken?", wollte Gottmadingens Kämmerer Andreas Ley als Vertreter einer Verbandsgemeinde in der Sitzung wissen und verwies auf das Kommunalrecht. Das schreibt eindeutig vor, dass Gebühren nur aufkommensneutral erhoben werden dürfen. Gewinne sind nicht erlaubt, sondern müssen den Gebührenzahlern zurückgegeben werden.

Schnell waren sich die Verbandsvertreter aus Engen, Rielasingen-Worblingen, Gottmadingen, Hilzingen und Gailingen aber einig, dass Gebührenstabilität wichtiger ist. Der Spielraum für Investitionen soll dennoch genutzt werden. "Wir können über Leistungserweiterungen nachdenken", zeigt der Verbandsvorsitzende Baumert den Weg auf. Eine wichtige Zukunftsinvestition hat sich in öffentlicher Verbandssitzung persönlich vorgestellt: Alexander Graf übernimmt die Position als Verbandsrechner und Pfeiffers Vize, da Bernd Caldart nach 18 Jahren im MZV künftig seine Arbeitskraft stärker für die Kommunale Entwicklungsgesellschaft der Gemeinde Rielasingen-Worblingen einbringen will. "Mit der Personalaufstockung stellen wir die Weichen für die Zukunft", erklärt Bürgermeister Baumert. Graf soll in den nächsten Jahren zum Nachfolger Pfeiffers herangezogen werden. "Das Vorzeigeunternehmen in Zukunft mitgestalten zu können ist eine reizvolle Herausforderungen", erklärt Graf seine Motivation, den Posten zu übernehmen.

Die finanziellen Rücklagen geben Gestaltungsmöglichkeiten und lassen auch Visionen greifbar werden. "Wir verstehen uns als Dienstleistungsunternehmen und wollen unsere Leistungen in diesem Bereich ausbauen", erläutert der MZV-Geschäftsführer Eckhardt Pfeiffer gegenüber dem SÜDKURIER. Was im breiten Angebot des Zweckverbandes bislang noch fehle, sei ein Wertstoffhof, der den Kunden die Möglichkeit bietet, ihre Entsorgungsfälle auch außerhalb der geregelten Abfuhrzeiten zu bewältigen. Das Geld dafür sei vorhanden. Gemeinsam müsse man sich nun auf die Suche nach einem geeigneten Standort machen. "Idealerweise liegt der im Zentrum unseres Verbandsgebietes", so Pfeiffer.

Investitionspotenzial sieht Pfeiffer auch im Fuhrpark. Erste Entsorgungsunternehmen prüften in der Diskussion um Feinstaubbelastungen bereits die Einsatzmöglichkeiten der Elektromobilität. "Ein Hybridmodell könnte auch bei uns zum Einsatz kommen", so Pfeiffer. Noch wolle man aber die Erfahrungswerte der Mitbewerber abwarten, um sich in dieses Abenteuer zu stürzen: "Es ist ein Unterschied, ob ein Unternehmen mit großem Fuhrpark ein Fahrzeug testet, oder wir mit unseren acht Lastern."

Der Personalwechsel

  • Alexander Graf ist der neue Verbandsrechner im Müllabfuhrzweckverband (MZV). Der 33-jährige Hilzinger arbeitet seit Monatsanfang als stellvertretender Geschäftsführer im MZV. Zuvor trug der ledige Kaufmann sechs Jahre Verantwortung als Regionalverkaufsleiter in der Baustoffbranche. Jetzt freut er sich, eine Position in der Heimat gefunden zu haben.
  • Bernd Caldart konzentriert sich künftig auf das wachsende Aufgabenfeld als Geschäftsführer der Kommunalen Entwicklungs-Gesellschaft (KEG) in Rielasingen-Worblingen. Der 57-Jährige war seit 18 Jahren für MZV und KEG tätig. (bie)

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