Andreas Westerfellhaus, der im April von Gesundheitsminister Jens Spahn als Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung eingesetzt wurde, war in Rielasingen-Worblingen zu Besuch. Getroffen hat er sich im Pflegezentrum St. Verena mit rund 80 Menschen aus allen Bereichen, die mit Pflege zu tun haben.

Das Thema Pflege habe höchste Priorität, versicherte CDU-Bundestagsabgeordneter Andreas Jung, dessen Einladung Westerfellhaus gefolgt war. Trotz beschlossener Gesetze, die die Situation von Pflegebedürftigen, pflegenden Familienangehörigen und Pflegepersonal verbessern sollen, bestehe großer Handlungsdruck.

Westfellhaus ist gelernter Krankenpfleger

Westerfellhaus kennt sich im Berufsfeld der Pflege aus. Er selbst hat Krankenpfleger gelernt, zuletzt war er Präsident des Deutschen Pflegerates. Als Berufsangehöriger habe er in seiner Laufbahn immer wieder Situationen erlebt, mit denen er unglücklich gewesen sei, erklärte er. Anstatt zu kritisieren, versuche er nun, Lösungen zu entwickeln.

Als Pflegebeauftragter der Bundesregierung ist er stark in Diskussionen eingebunden, was mögliche Entwicklungen angeht. Er nimmt dadurch Einfluss auf das politische Geschehen. Deutlich brachte er zum Ausdruck, dass der Gesetzgeber sich Gedanken mache, wie die Bedingungen für Pflegebedürftige, pflegende Familienangehörige und Pflegepersonal verbessert werden können.

"Kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken"

Er selbst bezeichnete sich als Seismograph: Wie kämen die Änderungen, die von der Bundesregierung auf den Weg gebracht worden seien, an, oder welche Anregungen könne er mit nach Berlin nehmen? "Wir sind am Anfang einer Diskussion und werden nach langfristigen Lösungen suchen", so Westerfellhaus. Das beschlossene Pflegepersonal-Stärkungsgesetz sei ein Sofortprogramm und ein erster Schritt. Ein wichtiger Bestandteil dieses neuen Gesetzes ist die Schaffung von 13 000 neuen Stellen in der Altenpflege.

"Es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken, es gibt die Herausforderung zu handeln", lautete Westerfellhaus' Botschaft an die Versammelten.