Nach anfänglichen ersten technischen Schwierigkeiten ist es geschafft: der Computer läuft und die Skype-Verbindung (Videotelefonie über das Internet) zwischen Sabrina Schorpp, Bereitschaftsleiterin des Ortsvereines Rielasingen-Worblingen des Deutschen Roten Kreuzes, und Familie Weisser steht.

Mutter Helga und Tochter Stephanie sitzen zu Hause nebeneinander und begrüßen am Bildschirm herzlich Sabrina Schorpp. Sinn und Zweck des räumlich getrennten und doch im Geiste so nahestehenden Zusammenkommens ist eine Schulung für Helfer, die in der schweren Coronakrise andere Menschen durch Botendienste unterstützen möchten.

Viele Menschen haben sich gemeldet

Es ist Samstag, und schon in zwei Tagen wird die Hilfsaktion in der Gemeinde starten. „Bei uns wird nicht nur getratscht, wir haben einen echt guten Zusammenhalt in unserem Dorf“, erfuhr Stephanie Weisser in den letzten Tagen. Denn die Hilfsaktion, die nun an den Start geht, ist aus ihrer Initiative heraus entstanden. Viele Menschen hätten sich bei ihr gemeldet, die aus echter Überzeugung anderen helfen möchten, freut sie sich über eine große Resonanz auf ihren Aufruf im Internet.

Am Ende der Schulung formuliert Sabrina Schorpp ganz deutlich: „Eigenschutz steht an erster Stelle“. Keinem sei geholfen, wenn man sich unnötiger Gefahr aussetzen würde. Die Helfer sollten außerdem aufmerksam auf die Grenze der eigenen Belastbarkeit achten und sich nicht dafür schämen, sondern diese einfach akzeptieren.

Transport in Bürgerbussen

Die Schulung nimmt ihren Lauf, Sabrina Schorpp gibt den beiden Frauen klare Anweisungen, wie eine Einkaufstour zu erfolgen hat. Vorab werden die Helfer einen nummerierten Helferausweis erhalten, um sich damit bei den bedürftigen Personen ausweisen zu können – natürlich mit ausreichendem Abstand zueinander.

Zu verwenden seien ausschließlich Einwegtüten, keine Körbe oder Taschen, in der aktuellen Notsituation stünde der Umweltschutz nicht an erster Stelle. Zum Einkauf wird es drei Helfer geben, man könnte diese Helfer sinngemäß Lieferant, Bürgerbusfahrer und Einkäufer nennen. Alle drei haben klar strukturierte Aufgaben, sie treffen sich nur kurz zur Übergabe der Einkäufe und immer unter Beachtung eines ausreichenden Abstandes zueinander.

Schweigepflicht und Mindestabstand

Dann gibt es deutliche Sicherheitshinweise, die von allen beachtet werden müssen. Zum einen muss die Schweigepflicht eingehalten werden. Darüber, wer aus dem Dorf Hilfe benötigt, darf nicht geredet werden. Ganz wichtig ist es, bei allen Aktionen den Mindestabstand von 1,50 Meter zu allen Beteiligten einzuhalten.

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In den Bürgerbussen, die für diese Hilfsaktion genutzt werden, befinden sich Wasser, Seife, Papiertücher, Müllbehälter und ausreichend Desinfektionsmittel. Dann folgt über den Bildschirm eine Vorführung von Sabrina Schorpp, wie man sich aus medizinischer Sicht die Hände richtig wäscht und abtrocknet. Selbstverständlich müsse man die Nies- und Hustenetikette einhalten, also in die Armbeuge niesen und Einwegtaschentücher benutzen. Danach, klar: richtig Hände waschen!

Bisher 17 ehrenamtliche Helfer

Nach der Beantwortung wesentlicher Gesundheitsfragen und der Schulung stehen aktuell 17 ehrenamtliche Helfer für diese Hilfsaktion zur Verfügung. „Sollten die amtlichen Prognosen zutreffen, dann bin ich mir sicher, dass wir viele weitere Helfer benötigen werden, die dann auch in vielen weiteren Bereichen zum Einsatz kommen werden“, erklärt Bürgermeister Ralf Baumert.