Bereits jetzt ist klar, dass es eine Atemschutzübungsstrecke in Rielasingen geben wird. Darüber hinaus entstehen Pläne für ein Zentrum mit einem Katastrophenschutzlager mit einer weiteren Übungsstrecke und einer zentralen Werkstatt. Als neuer Kommandant wurde Viktor Neumann gewählt.

Die Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Rielasingen-Worblingen hatte es in sich. Nicht nur kandidierte Kommandant Ulrich Graf nach 15 Jahren an der Spitze bei den anstehenden Wahlen nicht mehr. Sein Nachfolger ist sein bisheriger Stellvertreter Viktor Neumann. Auch Kreisbrandmeister Carsten Sorg, der mit dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbands Helmut Richter angereist war, um Grafs außergewöhnliche Leistungen mit einer hochkarätigen Auszeichnung zu würdigen (darüber wird der SÜDKURIER gesondert berichten) hatte brandneue Informationen bezüglich der Einrichtung eines Kreisfeuerwehrzentrums mitgebracht.

Atemschutzübungsstrecke und ein Feuerwehrzentrum

Das ehemalige Hupac-Gelände ist schon länger für die Errichtung einer Atemschutzübungsstrecke im Gespräch. Bis vor wenigen Wochen kam allerdings noch kein Kaufvertrag zustande mit der Schweizer Bahn, die der Grundstückseigentümer ist. Jetzt steht es nach den Worten des Kreisbrandmeisters fest: Die Atemschutzübungsstrecke kommt nach Rielasingen-Worblingen. Zur Zeit gibt es keine derartige Einrichtung im Kreis. Die Atemschutzträger üben für ihre gefährliche Aufgabe in Schaffhausen. Darüber hinaus gibt es laut Sorg weit gediehene Überlegungen, in der Aachtalgemeinde ein richtiges Feuerwehrzentrum mit wichtigen Einrichtungen für alle Wehren im Landkreis zu schaffen. "Das Vorhaben bekommt nun konkrete Züge“, erklärte Sorg. Vor wenigen Tagen hätten sich die Kommandanten und Bürgermeister beraten. Die Bürgermeister-Versammlung habe den Landkreis mit der Erstellung der Planung beauftragt.

Gedacht werde, so Sorg, neben der Atemschutzübungstrecke an eine zentrale Werkstatt, darüber hinaus eine weitere Übungsstrecke mit bestimmten Szenarien und an ein zentrales Katastrophenschutzlager. Auch der Führungsstab der Kreisfeuerwehr soll dann dort beheimatet werden.

Auch ein Neubau für ein Feuerwehrgerätehaus geplant

Mit diesen großen Plänen und dem bald beginnenden Bau einer betreuten Wohnanlage in der unmittelbaren Nachbarschaft, der die Rielasinger Wehr in ihren Aktivitäten beengt, ist erneut ein Feuerwehrgerätehaus-Neubau im Gespräch. „Das Thema wird uns die nächsten Jahre beschäftigen“, so Bürgermeister Ralf Baumert.

Auf den neuen Kommandanten Viktor Neumann – gewählt bei 60-Ja-und drei ungültigen Stimmen – und seine neugewählten Stellvertreter Daniel Pieper und Alexander Scherer kommen damit große Aufgaben zu. Dass Neumann Herausforderungen gewachsen ist, hat er mit seinem Engagement bei der Beschaffung der auf über 30 Meter ausziehbaren Drehleiter und der Ausbildung der Mannschaft an ihr bewiesen. Ulrich Graf ist schon vor 15 Jahren von einer autoritären Führung der Wehr abgerückt. Neumann will die Aufgaben, wie er betonte, nun auf noch mehr Schultern verteilen.

Zur Abteilung

Die Einsatzabteilung der Feuerwehr Rielasingen-Worblingen besteht aus 87 Mitgliedern, die Jugendfeuerwehr hat 39 Mitglieder, die Altersabteilung 58. Im Feuerwehrjahr 2017 gab es 55 Alarmierungen. Die Mitglieder rückten zu 15 Kleinbränden und einem mittelgroßen Brand aus. Technische Hilfeleistungen wurden in 23 Fällen geleistet. Drei Personen wurden gerettet.