Aktuell sind zwar nur 40 Flüchtlinge in Rielasingen in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Im Frühjahr werden aber ganz andere Zahlen gelten: Gerade werden vom Landratsamt das ehemalige Schiesser-Produktionsgebäude zu einer Notunterkunft und das frühere Hotel Kupferdächle zu einer Gemeinschaftsunterkunft umgebaut. 450 weitere Asylsuchende sollen dann, so der jetzige Stand, in Rielasingen zumindest vorläufig eine neue Heimat finden – unter ihnen wahrscheinlich auch viele Kinder und Jugendliche. Dieser Gruppe gilt ganz besonders die Sorge des Kinder- und Jugendförderteams (Kijufö) der Gemeinde.

15.000 Euro für die Integrationsarbeit

Oberstes Ziel sei die schnellst- und bestmöglichste Integration der Minderjährigen, so Tanja Harder. Der Team-Leiterin ist es gelungen, die Aufnahme in das Landesförderprogramm „Gemeinsam in Vielfalt – Lokale Bündnisse für Flüchtlingshilfe“ zu erreichen. Zugesagt ist der Höchstsatz der Fördermittel. Mithilfe dieser 15 000 Euro beabsichtigt das Kijufö-Team in enger Kooperation mit dem derzeit 60 Personen umfassenden Unterstützerkreis Flüchtlingshilfe Rielasingen-Worblingen (UFRW) und auch den Flüchtlingen selbst eine ganze Reihe von Projekten zu realisieren. Das Kijufö-Team ist, wie Harder betont, aktuell der offizielle Ansprechpartner der Gemeinde für den Unterstützerkreis: „Wir unterstützen den UFRW in seinen Angeboten und in seinem bürgerschaftlichen Engagement.“ Das Vorhandensein bürgerschaftlichen Engagements ist übrigens eine der Voraussetzungen für die Aufnahme in das Landesförderprogramm. Ein Projekt läuft bereits, und zwar sehr gut: In den Räumlichkeiten des Jugendtreffs Juca 60 geben die Helfer zweimal wöchentlich Deutschunterricht. Viele der 40 im ehemaligen Hotel Rosenegg untergebrachten Flüchtlinge nehmen laut Harder teil. Die Kinder werden während der Unterrichtsstunden im Rahmen des Oma-Opa-Projektes betreut.

Von Anfang an voll dabei

Die ankommenden Flüchtlingskinder sollen an den Schulen von Anfang an begleitet werden. Für ihre Integration werde es wesentlich sein, dass sie am Schulessen und anderen schulischen Anlässen, am Kinderferienprogramm und an den Angeboten der Vereine und des Jugendtreffs teilnehmen können, erläutert die Schulsozialarbeiterin Catia Di Fiore. Hier müsse man die Flüchtlingsfamilien über vorhandene Fördermöglichkeiten informieren, zum Beispiel über den Sozialfonds der Gemeinde und die Kinder- und Jugendkarte. Das Ortsdetektiv-Projekt soll helfen, so Mario Maué, die Kleinen mit ihrem neuen Lebensraum vertraut zu machen. Um die jugendlichen Flüchtlinge wollen sich Teilnehmer des Jugendforums kümmern, wie der Sozialarbeiter Markus Engesser berichtet. Für ein größeres gemeinsames Projekt, ein Tanztheater zum Beispiel, sind 3000 Euro als Etat eingeplant, den die jungen Leute selbst verwalten dürfen.

Das Kinder- und Jugendförderteam will auch erwachsene Flüchtlinge ehrenamtlich in die Aktivitäten des regen Unterstützerkreises einbinden – das ist ebenso wie die Eigenbudgetverwaltung eine der Zuwendungsvoraussetzungen des Landesförderprogramms. Diese Flüchtlinge könnten dolmetschen, überhaupt ihren Landsleuten in vielen Angelegenheiten zur Seite stehen.

 

Das Förderprogramm

„Gemeinsam in Vielfalt – Lokale Bündnisse für Flüchtlingshilfe“ der Landesregierung von Baden-Württemberg zielt auf die Verbesserung der Lebenssituation von Flüchtlingen durch bürgerschaftliches Engagement ab. Im Zusammenwirken unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure sollen gemeinsam mit Flüchtlingen neue Wege des Zusammenlebens entwickelt werden. Willkommenskultur soll gelebt werden, und Flüchtlinge sollen mit ihren Talenten und Fähigkeiten integriert werden.