Der Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon geht davon aus, dass Mitglieder des SPD-Ortsvereins Rielasingen-Worblingen sowie Vertreter der Antifa (Kürzel für antifaschistische Initiative) hinter der Verbrennung eines Buchs des AfD-Politikers stehen und die Asche anschließend in seinen Briefkasten geschüttet haben. Wie Wolfgang Gedeon in einem Telefonat mit dem SÜDKURIER ausführte, seien außerdem an den Reifen seines Autos Manipulationen vorgenommen worden, was den Staatsschutz zu Ermittlungen veranlasst habe.

Die Polizei bestätigte auf SÜDKURIER-Anfrage im Wesentlichen die Tatangaben, zur Täterschaft gibt es jedoch nur im Fall der Bücherverbrennung Erkenntnisse. Ein 20-Jähriger kaufte demnach während einer Veranstaltung von Wolfgang Gedeon am Abend des 15. Oktober im Arlener Kulturtreffpunkt ein Exemplar des neu erschienenen Buchs des Politikers und zündete es später im Außenbereich an. Nach weiteren Angaben der Polizei deponierte der 20-Jährige dann zwischen 22.45 und 2 Uhr zusammen mit vier weiteren Personen eine Plastiktüte mit der Buchasche im Briefkasten des Landtagsabgeordneten.

Nagel und Schraube am Reifen

Ein Straftatbestand stellt die Buchverbrennung und anschließende Deponierung der Asche nach Angaben der Polizei nicht dar. Im Fall der Reifenmanipulation sieht das anders aus. Auch sie soll beim Polit-Abend am 15. Oktober vorgenommen worden sein, die Polizei erfuhr davon am nächsten Tag durch eine Anzeige von Wolfgang Gedeon. Die Polizei geht davon aus, dass am rechten hinteren Reifen ein Nagel und eine Schraube angebracht wurden. Wahrscheinlich sei die Manipulation während der Veranstaltung am Abend des 15. Oktobers auf dem Parkplatz des Arlener Kulturtreffpunkts vorgenommen worden, der Politiker bemerkte dies während einer anschließenden Fahrt.

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Wegen der Reifenmanipulation läuft bei der Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung. Über den oder die Täter kann die Polizei zurzeit noch nichts sagen – und damit auch nicht darüber, ob eine Mitgliedschaft zur SPD oder Zugehörigkeit zur Antifa besteht. Dies gilt sowohl für die Vorkommnisse im Zusammenhang mit der Buchverbrennung als auch mit der Manipulation am Auto von Wolfgang Gedeon.

SPD-Vorsitzender: "Schlampiger Umgang mit der Wahrheit"

Wolfgang Gedeon stellte am 30. November sein neues Buch nicht im Arlener Kulturtreffpunkt, sondern in der Rielasinger Talwiesenhalle vor. Grund war die Sicherheitslage.
Wolfgang Gedeon stellte am 30. November sein neues Buch nicht im Arlener Kulturtreffpunkt, sondern in der Rielasinger Talwiesenhalle vor. Grund war die Sicherheitslage. | Bild: Sandra Bossenmaier

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins, Ralf Sterk, bestreitet unterdessen eine Beteiligung von SPD-Mitgliedern an der Verbrennung von Büchern des Politikers. "Wolfgang Gedeon geht da sehr schlampig mit der Wahrheit um", sagt der SPD-Vorsitzende. Richtig sei die Beteiligung von SPD-Mitgliedern an einer Störaktion am 17. September, wobei ihn die Verhältnismäßigkeit der Mittel durch die Polizei einigermaßen in Erstaunen setzte. Er hatte das Geschehen im Blick und es schien ihm übertrieben, dass "da junge Leute in Handschellen abgeführt wurden".

Seine Gewissheit über die Unschuld der SPD-Mitglieder im Zusammenhang mit der Buchverbrennung am 15. Oktober bezieht Ralf Sterk aus seinen Orts- und Personenkenntnissen. Da er selbst bei der Veranstaltung im Oktober dabei war, um sich ein Bild von Wolfgang Gedeons Polit-Abenden zu machen, und alle örtlichen SPD-Miglieder kenne, könne er mit Sicherheit sagen, dass keiner seiner Parteifreunde bei der Aktion dabei war.