Beim Spazierengehen wurde Harald Wölfel aus Rielasingen auf eine gefährliche Verkehrssituation aufmerksam. Regelmäßig geht er mit seinem Hund spazieren und überquert dabei die eng gebaute Brücke über die Aach an der viel befahrenen L 222, Nähe des Skulpturenweges. Wenn sich Hund und Herrchen auf dem Gehweg befinden, nehmen sie diesen fast komplett ein. Auch ohne die stattliche Statur der beiden wäre es eng auf dem Gehweg. Für überholende Fahrradfahrer ist dann kein Platz mehr. Und genau in solch unachtsamen Verkehrsteilnehmern sieht der aufmerksame Anwohner Wölfel eine Gefährdung.

Die Straße ist schmal und der Verkehr zeitweise sehr hoch, Radler fühlen sich hier sichtlich unwohl und nutzen dann rechtswidrig gerne mal den Gehweg. Dies führt aufgrund der Enge zu gefährlichen Situationen für Fußgänger, wie auch für Radfahrer. Nur wenige würden sich korrekt verhalten und vom Fahrrad absteigen und dieses schieben oder auf der Straße fahren, erzählt Wölfel.

Nicht jeder Radfahrer reagiert freundlich

Er wird nicht müde, die Situation vor Ort zu protokollieren und die sich rechtswidrig verhaltenden Radfahrer auf ihr Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Nicht jeder reagiert darauf freundlich, weiß Wölfel aus Erfahrung. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER vor Ort erzählt er, dass es ihm nicht um Rechthaberei geht, sondern um die öffentliche Sicherheit und Ordnung. „Fußgänger sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer und sollen den Gehweg ungefährdet benutzen können“, fordert er. Er fürchtet an dieser Stelle einen schweren Unfall – und niemand solle hinterher sagen können, nichts davon gewusst zu haben. Enttäuscht scheint er von den Behörden zu sein, die er umfangreich informierte. Anstatt die Situation vor Ort zu entschärfen, wurde das Brückengeländer mit einem unattraktiven Aufbau zum Schutz der Radfahrer erhöht.

Wie aus einem Schreiben des Amtes für Straßenverkehr und Schifffahrt hervorgeht, wurde dies aus Sicherheitsgründen veranlasst. Schließlich nutzen auch Kinder, in diesem Fall zulässig, den Gehweg. Das Fehlverhalten einzelner Radfahrer könne man leider nicht beeinflussen, heißt es weiter. Angebrachte Schilder mit dem Hinweis „Radfahrer absteigen“ seien häufig nicht beachtet worden. Außerdem seien diese rechtlich nicht zzulässig und wieder entfernt worden, da die Nutzung des Gehweges durch Radfahrer sowieso unzulässig ist.

Im Regierungspräsidium kennt man die Problematik

Rielasingen-Worblingens Bürgermeister Ralf Baumert kennt die Problematik, kann aber nicht viel tun. Denn Straßenbaulastträger und damit auch für dieses Brückenbauwerk zuständig ist das Regierungspräsidium Freiburg. Die Sanierung des Bauwerks sei bereits im Maßnahmenkatalog für die nächsten Jahre gelistet, heißt es dort. Im Regierungspräsidium geht man von einer mittelfristigen Zeitspanne für die Sanierung aus. Zu einem Zeitpunkt, wann dies erfolgen soll, kann man sich momentan nicht äußern. Die Planungskapazitäten seien derzeit in anderen Projekten komplett gebunden.

Wölfel wünscht sich schneller eine sichere Lösung. Seiner Meinung nach wäre ein zusätzlicher Steg neben der bestehenden Brücke gut. Als preisgünstigere Alternative schlägt er Absperrungen vor, welche Radfahrer zum Absteigen und Schieben zwingen würden.