Das Feuerwehrhaus hat zu wenig Stellplätze für die Wehrfahrzeuge, zu wenig Parkplätze, wenn die Aktiven zum Einsatz gerufen werden. Die Werkstätten und Lager sind zu klein. Die Sanitärräume und Umkleiden erlauben keine Geschlechtertrennung und keine Schwarz-Weiß-Trennung der Einsatzkleidung.

Diese Mängel kennen nicht nur Viktor Neumann, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr, und seine Mannschaft. Diese Mängel bestätigen auch der Feuerwehrbedarfsplan und die Berichte der Gemeinde-Unfallversicherung. „Das Haus ist nicht mehr auf dem heutigen Stand“, fasste Bürgermeister Ralf Baumert zusammen. Im Haushalt 2020 werden nun 110.000 Euro für die Planung eines Feuerwehrhaus-Neubaus eingestellt. Das entschied der Gemeinderat von Rielasingen-Worblingen einstimmig.

Noch keine offizielle Entscheidung

Damit ist zwar offiziell noch nicht entschieden, dass man tatsächlich ein neues Feuerwehrhaus auf dem Weg bringen will. De facto sei das aber so, brachten es die Räte Rudolf Caserotto und Volkmar Brielmann – unwidersprochen von ihren Kollegen und dem Bürgermeister – sinngemäß auf den Punkt.

Die Planung ist notwendig, um spätestens im Februar 2021 den Zuschussantrag einreichen zu können. „Der Neubau ist vollumfänglich förderfähig“, bestätigte der Kreisbrandmeister Carsten Sorg den Räten und schob gleich hinterher, dass er selbstverständlich keine Bewilligung versprechen könne, für eine solche jedoch die Chancen äußerst gut ständen. Die Förderung ist Stellplatz bezogen , 575.000 Euro könnte die Gemeinde so bei den angedachten zwölf Stellplätzen für die Einsatzfahrzeuge erwarten.

Ehemaliges Hupac-Gelände als Standort

Als Standort für einen Neubau, dessen Kosten ganz grob auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt werden, ist das ehemalige Hupac-Gelände vorgesehen. Es befindet sich seit einem Jahr im Eigentum der Gemeinde.

Dort soll in direkter Nachbarschaft mit einiger Wahrscheinlichkeit die Atemschutzübungsstrecke des Landkreises Konstanz entstehen, im weiteren Verlauf wohl auch zentrale Werkstätten für die Wehren im Kreis, eine Katastrophenschutzhalle und ein Übungsgelände, in dem ganz spezielle Situationen geprobt werden können.

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Beschlüsse des Kreistags zur tatsächlichen Realisierung dieser Module liegen dazu noch nicht vor, aber in Kürze wird dieses Gremium entscheiden, ob für die Atemschutzübungsstrecke als angedachtes erstes Modul des Vorhabens Planungskosten in Höhe von 825.000 Euro in den Kreishaushalt eingestellt werden.

Synergie-Effekte durch weitere Einrichtungen

Mit derartigen zentralen Einrichtungen für die Feuerwehren im Kreis neben einem neuen Feuerwehrhaus gäbe es dann für Rielasingen-Worblingen Synergie-Effekte, was zum Beispiel den Verzicht auf einen eigenen Übungsturm und die Werkstättennutzung angehe, so Sorg. Außerdem könnte die Planung des Feuerwehrhauses gemeinsam mit der Planung für die Kreis-Einrichtungen durch das gleiche spezialisierte Fachbüro erfolgen.