Rielasingen-Worblingen Feuerwehr kann dank der neuen Drehleiter hoch hinaus

Mit der neuen Drehleiter für Rielasingen-Worblingen ist die Menschenrettung auch in großer Höhe möglich. Die Anschaffung ist auch eine Voraussetzung für die künftige Genehmigung von Neubauten mit mehr als vier Stockwerken.

Die Freiwillige Feuerwehr Rielasingen-Worblingen ist bestens für die Zukunft gerüstet. Seit kurzem steht im Gerätehaus eine große Drehleiter vom Typ DLK 23/12. Mit diesem auf einem Hubrettungsfahrzeug angebrachten, bis auf 30 Meter Höhe ausfahrbaren Gerät ist nun auch eine Menschenrettung aus Gebäuden mit mehr als vier Stockwerken möglich. Die Einweihung und ökumenische Segnung durch Pfarrer Arthur Steidle wurde im Rahmen eines Tags der offenen Tür begangen.

Das Interesse der Bevölkerung am neuen Rettungsfahrzeug ist groß. Bereits zum Festakt kamen neben den Vertretern von Landratsamt, Kreisfeuerwehr und benachbarten Wehren gut 200 Bürger, die Vorführungen danach verfolgte ein weit breiteres Publikum.

Mit dem symbolischen Fahrzeugschlüssel (von links): Rielasingen-Worblinens Feuerwehr-Kommandant Ulrich Graf, Bürgermeister Ralf Baumert und der stellvertretende Kommandant Viktor Neumann. Bild: Ingeborg Meier
Mit dem symbolischen Fahrzeugschlüssel (von links): Rielasingen-Worblinens Feuerwehr-Kommandant Ulrich Graf, Bürgermeister Ralf Baumert und der stellvertretende Kommandant Viktor Neumann. Bild: Ingeborg Meier

Als historischen Moment bezeichnete Bürgermeister Ralf Baumert die offizielle Inbetriebnahme. "Es ist eines der modernsten Hubrettungsfahrzeuge, die es momentan in Deutschland gibt", so – als Vertreter des Fahrzeugbauers Rosenbauer Karlsruhe – Thomas Kumle von der Kumle Feuerwehrtechnik Bietingen/Rottweil. Tatsächlich einsatzfähig ist die Drehleiter aber frühestens im Spätwinter oder Frühling 2018. Die völlig neue Technik erfordere von der Wehr intensive Übung und Schulung, so Kommandant Ulrich Graf: "Das ist eine große Herausforderung und ein großer Entwicklungsschritt für die Wehr." Die acht eigens dafür ausgebildeten Drehleiter-Maschinisten seien aber hoch motiviert und hätten sich in den wenigen Tagen seit der Ankunft des Fahrzeugs bereits mehr als 100 Stunden damit vertraut gemacht. Schlussendlich, so der Kommandant, sollen 20 Leute fähig sein, die Drehleiter zu bedienen.

Grafs Dank galt ebenso wie der des Bürgermeisters dem stellvertretenden Kommandanten Viktor Neumann und der eigens gebildeten Projektgruppe. Neumann habe die überaus zeit- und einsatzintensive technische Abwicklung von Anfang an in die Hand genommen.

Mit Kosten von 646 000 Euro – 183 000 Euro davon kamen vom Land – war auch die Anschaffung alles andere als ein Klacks. Was machte die Anschaffung notwendig? Wie Graf ausführte, war es die Landesbauordnung, in deren Sinne seit 2014 das Landratsamt und der Kreisbaumeister die Gewährleistung eines zweiten Rettungsweges in Gebäuden mit mehr als vier Stockwerken durch eine Drehleiter forderten. Mehr als 100 Gebäude mit dieser Höhe gibt es bereits in der Gemeinde. Und ihre Zahl wird zunehmen, wie Baumert ausführte: Er rechnet damit dass in den nächsten drei Jahren 300 neue Wohnungen entstehen – ein Teil davon in mindestens viergeschossigen Häusern. Mit der bislang üblichen Vorgehensweise, bei Bedarf die Drehleiter aus Singen anzufordern, ist diese Vorgabe nicht in jedem Fall zu erfüllen. Denn die Einhaltung der Eintreffzeit von zehn Minuten ist laut Graf kritisch zu betrachten. Laut Konstanzer Baurechtsamt gebe es ohne eigene Drehleiter für Rielasingen künftig keine Baugenehmigungen für entsprechend hohe Gebäude.

Zudem habe für die dringliche Anschaffung nach Meinung der Behörden gesprochen, dass es nun im Großraum Singen mit 60 000 Einwohnern eine zweite große Drehleiter gibt, erläuterte Graf. Dies begrüßte auch der stellvertretende Kreisbaumeister und Singener Feuerwehrkommandant Andreas Egger: Mit diesen beiden großen und der kleinen Drehleiter in Gottmadingen sei die Region fast so gut ausgestattet wie der Speckgürtel um Stuttgart.

Antwort an Zweifler

Die Anschaffung der 650 000 Euro teuren Drehleiter wird in der Bevölkerung nicht ungeteilt begrüßt. Der stellvertretende Kreisbrandmeister und Feuerwehrkommandant in der Nachbarstadt Singen, Andreas Egger, sah es als notwendig an, der anscheinend immer wieder geäußerten Kritik entschieden gegenüber zu treten. Das neue Fahrzeug sei kein Spielzeug der Feuerwehr, wie es gelegentlich in der Bevölkerung heiße, machte Egger bei der Einweihung deutlich klar: „Das ist unser Arbeitsgerät, das brauchen wir, um der Bevölkerung zu helfen!“

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