Für die einen mögen es einfach drei rostige Rohre sein, für die anderen aber ist es ein dynamisches Kunstwerk. Zu verdanken hat die Doppelgemeinde das neue Kunstobjekt „Verbindungen 323-3-1“ der aus Arlen stammenden Künstlerin Martina Lauinger und einer anonymen Spenderin, die das Projekt finanzierte. Diese anonyme Geldgeberin möchte nach wie vor unbekannt bleiben.

In Verlängerung des Skulpturenweges stehen nun die fast vier Meter hohen „Verbindungen 323-3-1“, eine handwerklich gefertigte Skulptur aus drei Stahlrohren. In Sachen Namensgebung ist die Künstlerin ebenso wie in Sachen Fertigung praktisch veranlagt. 323 steht für den Durchmesser der Rohre, die Zahl 3 für die Dreiteiligkeit und die Zahl 1 für das erste Stück aus der Werkgruppe der Variationen. Im Zwiegespräch mit Lauingers Atelierkollegen Nick Röllin gab es zur Einweihung des Kunstobjektes kunstreiche Worte der beiden zur Entstehung und zum Hintergrund der neuen Verbindungen.

Drei Teilorte, drei Partnergemeinden?

Aus der einfachen Form der Röhren, die nebeneinander stehen, sich verbinden und sich berühren, entstand eine dynamische Figur. Je nachdem von welcher Perspektive aus man sich die Skulptur betrachtet, wirkt sie anders. Einmal scheint es, die Röhren fallen um, auf der anderen Seite bewegen sie sich fort oder stehen ganz ruhig und entspannt. Es braucht Menschen, die die Plastik auf sich wirken lassen und eine Geschichte darin erkennen können. Eine mögliche Geschichte wäre: Hier verbinden sich die drei gleichwertigen Teilorte Rielasingen, Worblingen und Arlen zu einem großen Ganzen, verlieren dabei aber ihren eigenen Charakter nicht. Oder die drei Röhren stehen sinnbildlich für die drei Partnergemeinden von Rielasingen-Worblingen. Das muss es aber nicht, die Künstlerin selbst ließ in ihrer Ansprache zur Einweihung Raum zur Definition und für eine mögliche Geschichte, welche die drei Röhren erzählen.

Schlosser Andreas Iwan springt ein

Bisher war es für Martina Lauinger immer ein ganz wesentlicher Bestandteil bei der Erschaffung eines Kunstobjektes, es selbst herzustellen und dabei experimentieren zu können. Zum ersten Mal in ihrem über 20-jährigen künstlerischen Schaffen war ihr dies nicht gelungen. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie die Fertigung vertrauensvoll in die Hände des Schlossers Andreas Iwan aus Hilzingen legen. Iwan arbeitete nach einer Modellvorlage, Lauinger zeigte sich äußerst zufrieden mit dem Ergebnis.

Die Röhrenkunst steht jetzt auf der Grünfläche südlich der Talwiesenhalle in der Nähe der Aach. Ralf Baumert, der Bürgermeister von Rielasingen-Worblingen, dankte der Künstlerin für ihr Wirken und verglich dabei das entstandene Werk mit einem blauen Band oder der Aach, einer sinnbildlichen Verbindung der drei Teilorte der Gemeinde. Ein Wunsch der ehemaligen Arlemerin ging dabei in Erfüllung: Ihr schönes Kunstwerk steht auf der historischen Gemarkung Arlen.