Gemeinschaftsschulen waren der von 2011 bis 2016 regierenden grün-roten Landesregierung ein wichtiges Anliegen. Und das gilt für die Grünen nach Aussage der Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Wehinger immer noch, wie sie bei der Eröffnung des Tags der offenen Tür an der Ten-Brink-Gemeinschaftsschule (TBS) in Rielasingen-Worblingen deutlich machte.

Die TBS, die sich seit dem Schuljahr 2015/16 als Gemeinschaftsschule etabliert hätte, wäre zu einem Lebensraum geworden, der den jungen Menschen Bildung vermitteln und dabei Freude am Lernen machen würde. Dabei würden durch die besonderen Lernmethoden die sozialen Bedürfnisse der Kinder in die Bildungsarbeit eingeflochten. Die TBS, die von Dorothea Wehinger bereits öfters besucht wurde, würde die Schüler individuell fördern und in den Mittelpunkt stellen. Dennoch hätten die Gemeinschaftsschulen im Land an Ansehen verloren, die Schülerzahlen der Eingangsklassen seien zurückgegangen.

Bestmögliche Abschlüsse für Schüler

Birgit Steiner, Schulleiterin der Ten-Brink-Gemeinschaftsschule, hielt am Tag der offenen Tür einen Vortrag über das Konzept ihrer Schule. Dabei wollte sie auch Missverständnissen und Fehlinformationen entgegen wirken: „Wir möchten die Schule der Gemeinde sein. Wir möchten den Familien und den Kindern dieser Gemeinde alle Schulabschlüsse anbieten“, so Birgit Steiner. Das seien bei kurzen Schulwegen zum einen der Hauptschulabschluss, dann das Herzstück der Schule, der Realschulabschluss und der nahtlose Übergang zur gymnasialen Oberstufe. Der Weg dahin führe über eine Methodenvielfalt, über die eingesetzte Art entscheide der Fachlehrer und der Leistungswille der Schüler.

Dabei würden Kinder nicht aussortiert, sondern jeder könne beweisen, worin er gut sei. Nach oben gäbe es keine Grenzen. Den Spielraum nach unten würde man versuchen aufzufangen, wie Lehrerin Julia Reiser ausführte. Wohin der Schulweg letztendlich führen würde, müsse nicht bereits Ende der vierten Klasse entschieden werden. Auf der TBS hätten die Kinder mehr Zeit, um sich zu orientieren. Die Schule hätte ihr Profil geschärft, um jedem Schüler den bestmöglichsten Schulabschluss zu ermöglichen, lautete das Fazit von Schulleiterin Steiner.

Schulkonzept nützt der Gesellschaft

Ein wichtiger Baustein des Schulkonzeptes ist die Feedback-Kultur, also ein System für Rückmeldungen. Eltern und Schüler sind in engem Kontakt mit den Lehrkräften. „Man weiß immer, wo das Kind steht“, lobt Elternbeirätin Jana Akyildiz, deren Kinder die Ten-Brink-Schule besuchen, dieses System. Um ein gutes Sozialgefüge zu stärken, sei es wichtig, die wohnortnahe Schule zu besuchen. Als Befürworterin von Gemeinschaftsschulen lobt sie die hervorragende Ausstattung und die engagierten Lehrkräfte. Dass das Thema Gemeinschaftsschulen ihrer Meinung nach zu einem politischen Spielball wurde, kritisiert sie.

„Ich unterstütze die Vielfalt von Menschen“, lobt Grünen-Gemeinderätin Dagmar Eisenhart das Konzept der Ten-Brink-Gemeinschaftsschule. Von dem praktizierten Bildungskonzept könne die Gesellschaft profitieren, denn Bildung sei in der Theorie und in sozialen Bereichen wichtig.

Gemeinschaftsschulen nicht schlecht machen

„Wir brauchen eine Schule, die sich passend für die Kinder macht. Anstatt passende Schüler zu verlangen“, sprach Bürgermeister Ralf Baumert aus Sicht des Schulträgers. Die Ten-Brink-Gemeinschaftsschule sei ein Meilenstein für die Bildungspolitik der Gemeinde Rielasingen-Worblingen.

Das Schlechtmachen von Gemeinschaftsschulen als sogenannte Einheitsschulen solle man nicht länger dulden. Solche Anfeindungen hätten Gemeinschaftsschulen nicht verdient. Die drei ortsansässigen Grundschulen forderte er auf, Schulabgänger verstärkt an die Ten-Brink-Gemeinschaftsschule zu empfehlen und weniger an die weiterführenden Schulen in der Umgebung.

Musik, Tanz und Experimente

Am Tag der offenen Tür gab es eine Vielzahl von Informationen, Aktionen und Führungen durch das Schulgebäude. So konnten die Kinder beispielsweise im Fachraum IMP (Informatik-Mathematik-Physik) kleine Calliope-Computer programmieren und auf dem Schulhof wurden in dem Backhäusle herrlich duftende Dünnele von der Back-AG um Nikola Grundler angeboten.

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Zur Eröffnung sorgte die Bläserklasse für musikalische Unterhaltung und die Tanz-AG zeigte zu flotten Rhythmen ihr Können. Der Grundschüler Noah Kremm besuchte mit seinen Eltern die Ten-Brink-Gemeinschaftsschule, um sich gründlich zu informieren. Wie bekommt man ein hart gekochtes Ei durch den engen Flaschenhals einer Glasflasche und wieder heraus? An dieses Experiment wagte er sich mit Unterstützung von Biologielehrerin Pia Basche.