Das Gehörte wird weitererzählt, ein bisschen ergänzt und Unangenehmes vertuscht. Den Rest denkt man sich und redet dann doch darüber, weil man es nicht länger für sich behalten kann. Und manchmal ist ein Gerücht vielleicht auch wahr. Die Laienspielgruppe Die Kulissenschieber widmete sich im Kulturpunkt Arlen mit der Komödie "Gerüchte, Gerüchte" des US-amerikanischen Autors Neil Simon dem Phänomen Gerücht in komödiantischer Weise.

Vier befreundete Ehepaare werden zur Party anlässlich des zehnten Hochzeitstages des stellvertretenden Bürgermeisters von New York und seiner Frau eingeladen. Das zuerst eintreffende Ehepaar hört einen Schuss und findet daraufhin den Gastgeber blutüberströmt in dessen Schlafzimmer. Seine Ehefrau ist spurlos verschwunden, das Hauspersonal nicht da, die Getränke ungekühlt und das Essen nicht fertig. Auf den ersten Blick sieht alles nach einem missglückten Selbstmordversuch aus. Der Hausherr hatte sich in den Kopf geschossen, bei genauerem Hinsehen war es aber doch nur ein Streifschuss, bei dem sein Ohr verletzt wurde. Eine Erklärung für die Situation kann der Verletzte aufgrund seines Zustandes durch Einnahme von Valium nicht abgeben. Klar ist, keiner der Gäste will mit einem Selbstmordversuch in Verbindung gebracht werden. Nichts soll an die Öffentlichkeit geraten, zum Schutze aller Beteiligten.

Odo Nimmrichter, Martin Ritzi, Julia Holste, Sabine Torres-Prado, Michael Bingeser, Karen Gerner, Roswitha Nimmrichter, Hanni Fischer und Michael Kowalski (von links) schlüpfen als Kulissenschieber in Gerüchte Gerüchte überzeugend in ihre Rollen. Bild: Sandra Bossenmaier
Odo Nimmrichter, Martin Ritzi, Julia Holste, Sabine Torres-Prado, Michael Bingeser, Karen Gerner, Roswitha Nimmrichter, Hanni Fischer und Michael Kowalski (von links) schlüpfen als Kulissenschieber in Gerüchte Gerüchte überzeugend in ihre Rollen. | Bild: Sandra Bossenmaier

Denn schnell merken auch die später eintreffenden Gäste, an dieser Party ist etwas faul. Sie überbieten sich im Erfinden von Geschichten und streuen spannende Gerüchte. Als die Polizei hinzukommt, versuchen die Partygäste Täuschungen aufrecht zu erhalten und verstricken sich dabei in eine verwirrende Lügengeschichte.

Das Publikum applaudiert der Laienschauspielgruppe Die Kulissenschieber. Mit Gerüchte Gerüchte brachten sie eine unterhaltsame Komödie nach Arlen. Bild: Sandra Bossenmaier
Das Publikum applaudiert der Laienschauspielgruppe Die Kulissenschieber. Mit Gerüchte Gerüchte brachten sie eine unterhaltsame Komödie nach Arlen. | Bild: Sandra Bossenmaier

Die Kulissenschieber schenkten den Gästen in ihrem überzeugenden Spiel im ausverkauften Saal einen unterhaltsamen und humorvollen Abend. Regisseurin Ursula Taaks hatte wieder mal ein gutes Händchen bei der Auswahl des Stückes bewiesen.