Im Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Rielasingen-Worblingen am Standort Hegaustraße sollte es nicht brennen. Denn gerade hier gibt es keine Brandmeldeanlage. Das ist jedoch nur eines von vielen Problemen. Im Feuerwehrhaus herrscht dringender Handlungsbedarf: die Liste der Probleme, die von Kommandant Viktor Neumann in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung erläutertet wurden, war lang.

Das alte Gebäude hat eine Reihe von Schwierigkeiten und Hindernissen

In der Fahrzeughalle ist es zu eng. Teils müssen Fahrzeuge hintereinander geparkt werden, was zu einer erhöhten Unfallgefahr führt. Ein Fahrzeugstellplatz muss sogar als Lagerplatz genutzt werden, weil die Lagerkapazitäten unzureichend sind. Außerdem sind die Absauganlage sowie die Schlauchwasch- und Prüfanlage veraltet. Ein Büro für den Kommandanten gibt es nicht, was zum Einhalten des Datenschutzes jedoch wichtig wäre.

Die Freiwillige Feuerwehr rückt aus. Bild: Freiwillige Feuerwehr Rielasingen-Worblingen
Die Freiwillige Feuerwehr rückt aus. | Bild: Freiwillige Feuerwehr Rielasingen-Worblingen

Ein nicht nach Geschlechtern getrennter Umkleidebereich befindet sich direkt in der Fahrzeughalle, eine Schwarz-Weiß-Trennung von getragener Einsatzkleidung und sauberer Privatkleidung ist dort nicht möglich. Und in den Sanitäranlagen gibt es für Frauen und Männer nur jeweils eine Dusche. Ein weiteres großes Problem sind die nicht ausreichenden Parkplätze im Hof des Feuerwehrhauses. Immer wieder würde man auf den Parkplatz des benachbarten Supermarktes ausweichen müssen. Außerdem ist die Zufahrt zu eng. Im Falle eines Einsatzes kommen sich die anfahrenden Privatfahrzeuge und die abfahrenden Einsatzfahrzeuge in die Quere.

Wenn die einen zum Einsatz anfahren, während die anderen bereits ausrücken, kann es auf dem Hof des Feuerwehrhauses schon mal eng werden. Bild: Freiwillige Feuerwehr Rielasingen-Worblingen
Wenn die einen zum Einsatz anfahren, während die anderen bereits ausrücken, kann es auf dem Hof des Feuerwehrhauses schon mal eng werden. | Bild: Freiwillige Feuerwehr Rielasingen-Worblingen

Es gibt bereits ein ideales Grundstück

Dass der Zeitpunkt für einen Zuschussantrag beim Land über die Z-Feu (Verwaltungsvorschrift des Innenministeriums über Zuwendungen für das Feuerwehrwesen) jetzt günstig sei, darüber waren sich Bürgermeister Ralf Baumert, Kommandant Viktor Neumann und die Gemeinderäte einig.

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Das Land hat ein Budget, das auf die einzelnen Regierungspräsidien verteilt wird. Im Landkreis gibt es etliche baufällige Feuerwehrhäuser und mit mehreren Zuschussanträgen ist zu rechnen. Beispielsweise aus Singen oder Radolfzell, die sogar einen deutlich höheren Bedarf hätten. Diesen Kommunen gegenüber ist Rielasingen-Worblingen momentan einen ganz entscheidenden Schritt voraus: sie haben ein passendes Grundstück für ein neues Feuerwehrhaus.

Realisierung frühestens 2023

„Ein Schnellschuss wird das nicht“, betonte Bürgermeister Ralf Baumert. Sollte ein Zuschuss bewilligt werden, welcher 600.000 Euro betragen könnte und damit rund zehn Prozent der geschätzten Investition eines Neubaus abdecken soll, würden die Planungen und Realisierungen eines neuen Feuerwehrhauses noch ein paar Jahre, im besten Falle bis zum Jahr 2023, dauern.

Im Gemeinderat wurde über die Antragstellung eines Zuschusses zum Neubau und damit zu einer Verlagerung des Feuerwehrhauses einstimmig zugestimmt. Das Gremium hatte sich im Vorfeld von der Situation vor Ort ein Bild machen können. Unter realen Bedingungen war ein Übungseinsatz vorgeführt worden. Der Zuschussantrag muss bis März 2020 dem Regierungspräsidium vorliegen, eine Entscheidung ist dann ab Juni zu erwarten.

 

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