Vor der Begrüßung kam in diesem Fall erst einmal der Abschied. Sechs Mitglieder des Gemeinderats der vergangenen Legislaturperiode schieden aus. Ihre Verdienste würdigte Bürgermeister Ralf Baumert im Rahmen der konstituierenden Sitzung des neuen Rates, bevor er die Verpflichtung des am 26. Mai neugewählten Gremiums vornahm.

Baumert hatte viele Daten und Fakten bereit, die zeigten, wieviel der Rat in den vergangenen fünf Jahren geleistet hat. 15 Millionen Euro wurden im Hochbau investiert. Der größte Posten davon war die Sanierung der nun zur Gemeinschaftsschule umstrukturierten Ten-Brink-Schule und der Turnhalle mit rund neun Millionen Euro.

Der alte Gemeinderat stemmte Millioneninvestitionen

Für 2,5 Millionen Euro wurden Unterkünfte für von Obdachlosigkeit bedrohte Bürger und Flüchtlinge in der Zeppelinstraße geschaffen. 300 000 Euro flossen in die Spielplätze, 200 000 Euro in die Friedhöfe. Im Tiefbau gab es Investitionen in Höhe von 4,2 Millionen Euro: Für 1,5 Millionen Euro wurde die Hardtstraße neu ausgebaut, für 370 000 Euro die Inselstraße. Der zweite Teil des Gewerbegebiets Nord wurde für eine gute Viertel Million erschlossen.

Im Bereich der Straßenbeleuchtung fielen Kosten von 360 000 Euro für die Umrüstung auf LED an. Die Wasserversorgung wurde für 1,5 Millionen Euro optimiert, die Abwasserversorgung für 1,6 Millionen Euro. Eine gemeinsame Netzgesellschaft mit der Thüga und schließlich auch mit Gottmadingen wurde auf die Beine gestellt, ein Lärmaktionsplan auf den Weg gebracht, ein Jugendrat gegründet und vieles mehr.

Gemeinde ist schuldenfrei

„Wir haben große Dinge gemacht. Aber mit Augenmaß. Wir sind schuldenfrei und haben 12,8 Millionen Euro Rücklagen“ so Baumerts Fazit. Sein Lob dafür galt neben dem Gemeinderat auch seinen Mitarbeitern, die die Projekte umsetzen mussten.

Beate Binnig, der der herzlichste Dank von Bürgermeister Ralf Baumert galt, scheidet nach 15 Jahren aus dem Gemeinderat aus.
Beate Binnig, der der herzlichste Dank von Bürgermeister Ralf Baumert galt, scheidet nach 15 Jahren aus dem Gemeinderat aus. | Bild: Ingeborg Meier

Einen wichtigen Anteil an der positiven Gemeindeentwicklung schrieb Baumert den ausscheidenden Räten zu. Als engagierte Rätin, die immer die Fahne ihres Ortsteils Arlen hochgehalten habe, hat Beate Binnig 15 Jahre Verantwortung für die Gemeinde übernommen. Binnig hat bei der letzten Kommunalwahl nicht mehr kandidiert. Sie war Mitglied und Vertreterin der Gemeinde in vielen Ausschüssen und Einrichtungen und zeigt auch privat großes soziales Engagement.

Nicht mehr für den Sprung in das Gremium gereicht hat es für Philipp Fröhlich – seit 2010 Gemeinderat – und die „Nachrücker“ der letzten Amtsperiode Marc Balogh, Marianne Baumann, Nadja Hennes und Charlotte Manko. Ihnen allen galt Baumerts herzlicher Dank.

Bürgermeister verpflichtet den neuen Gemeinderat

Mit der anschließenden Verpflichtung aller im Mai gewählten Gemeinderäte zogen auch zwei neue Listen in das Ortsparlament ein. Der junge Ortsverband der Grünen hat sich zum ersten Mal in die Kommunalwahl eingebracht und auf Anhieb vier Mandate gewonnen. Für ihn sind nun im Rat Jana Akyildiz, Jakob Ditschler, Dagmar Eisenhart und Saskia Frank. Neu bei der CDU ist Nadine Hahn. Mit Axel Politz hat jetzt auch die AfD einen Sitz.