Wenn der neunjährige Moritz Gebele lacht, ist das so, als ginge die Sonne auf. Kein Lächeln ist ehrlicher als seines. Seine Augen stehen leicht schräg und weiter auseinander als bei nicht behinderten Kindern. Aber mit diesen strahlenden Augen und seinem überzeugenden Lachen erobert Moritz die Herzen im Sturm. Einzige Bedingung ist, man lässt es zu und man freut sich mit dem kleinen Jungen. „Moritz ist ein Sonnenscheinkind. Er macht viel Arbeit, gibt uns aber vieles zurück“, erzählt sein Vater Simon Gebele.

Ganz normaler Alltag

Was sich für manche werdende Eltern wie eine Katastrophe anhört, ist für Familie Gebele zum ganz normalen Alltag geworden. Moritz hat das Down-Syndrom, auch bekannt als Trisometrie 21. Bei ihm ist das Chromosom 21 dreimal, anstatt wie üblich zweimal vorhanden. An die tragischen Stunden nach der Geburt erinnert sich die Mutter Martina Gebele noch sehr gut. Moritz kam per Kaiserschnitt auf die Welt. Sie durfte ihr kleines Baby nicht sofort in die Arme schließen. Plötzlich sei es totenstill im Kreissaal gewesen, erinnert sie sich. Warum, wusste sie zuerst nicht. Erst nach ersten Untersuchungen wurde die frisch gebackene Mutter über den Zustand ihres Sohnes informiert. 

Moritz ist ein "Downie". Aber auch er freut sich wie die anderen Jungs in seinem Alter an einem Spiel an der frischen Luft.
Moritz ist ein "Downie". Aber auch er freut sich wie die anderen Jungs in seinem Alter an einem Spiel an der frischen Luft. | Bild: Sandra Bossenmaier

"Es hätte nichts geändert"

Der Schreck und die Sorgen waren im ersten Moment groß, aber unendlich groß war auch die Liebe zum Kind.Die Eltern wussten trotz einer in der Schwangerschaft durchgeführten Nackentransparenzmessung nichts von der Behinderung des ungeborenen Kindes. Bei einer solchen Untersuchung lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer Chromosomenstörung beim Ungeborenen errechnen, aber es kann keine zuverlässige Diagnose erstellt werden. Das Ergebnis war unauffällig, an ein behindertes Baby hatten Gebeles keinen Gedanken verschwendet. „Hätten wir von der Behinderung unseres Sohnes gewusst, hätte dies nichts geändert“, erklären die Eltern. Heute ist die Familie glücklich, der zweite Sohn Jonas ist kerngesund. Alle Vier zusammen schätzen ihr Familienglück, auch an Tagen, an denen nicht alles ganz einfach ist.

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