"Gib nicht auf und glaub' an dich" – das ist eine der Botschaften, die Chor und Solisten ihrem Publikum zum Schluss der Aufführung mit auf den Weg geben. Aber so ganz einfach ist das nicht. Das erfuhren schon Moses und das Volk Israel, die sich als Sklaven in Ägypten der Macht, Ausbeutung und Ungerechtigkeit des Pharaos beugen mussten. Moses bittet seinen Gott, ihm zu sagen, was er tun und lassen soll. Daraufhin diktiert Gott die zehn Gebote. Die Jugendmusikschule (JMS) Westlicher Hegau bot mit dem Pop-Oratorium "Die zehn Gebote" von Michael Kunze und Dieter Falk eine opulente Inszenierung. In zeitgemäßer Version wird die Geschichte von Moses (Markus Störk) erzählt, der mit Hilfe Gottes das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten führt.

Die Bühne in der Talwiesenhalle versetzt die Zuschauer in eine andere Zeit. Großflächig auf die Leinwand projiziert ziehen Schafe durch die Wüste, aus dem brennenden Dornenbusch spricht Gott aus dem Off zu Moses. Der Palast des Pharaos schillert im wechselnden Rausch von Farben wie bei einem Auftritt von Lady Gaga, Diener fächern ihm Frischluft zu, von Security bewacht, kann der machtbesessene Pharao nach den Plagen des Todesengels nur sagen: "Hut ab! Mach die Fliege, aber gleich" und lässt Moses und sein Volk ziehen.

In großer Besetzung von Chören und Solisten der JMS, dem Stadtchor Engen, Gastsängern und Orchester wird die Aufführung zu einem visuellen wie auch musikalischen Erlebnis. Die Lieder und Balladen gehen ins Ohr, die Texte bringen die biblische Geschichte wieder nahe, zu der sich Parallelen zu heute auftun. Moses wird von seiner Frau (Marisa Mercedes Eppler) ermutig, sich gegen Angst und Hass zu wehren: "Bleib stark und tu das, was richtig ist", und weiter singt sie: "Dass man dich nicht versteht, macht dein Handeln nicht verkehrt." Die Botschaft zum Schluss: "Liebe ist das Gebot", sie allein schließt alles ein. Fast ehrfürchtig lauschten die Gäste dieser ungewöhnlichen Darstellung und schienen auch nach dem Applaus noch in Gedanken an die Bibelgeschichte.