Die Zuschauer müssen sich noch gedulden und bei publikumswirksamen Top-Spielen des 1. FC Rielasingen-Arlen in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg in Mehrfach-Reihen Sichtehinderungen in Kauf nehmen. Der geplante Bau einer Tribüne samt sanitären Anlagen auf dem Sportgelände Talwiese im Bereich des Kunstrasenspielfeldes verzögert sich. Das Landratsamt Konstanz hat Nachbesserungen eingefordert, wie beim Hochwasserschutz.

Auch eine eingehende Statik-Prüfung der Tribüne aus Stahlkonstruktion sei verlangt worden. „Wir hoffen, schnell eine Teilfreigabe zu erhalten, damit der Bau der Tribüne losgehen kann“, erklärt Oliver Ley, der im Vorstandsteam des 1. FC Rielasingen-Arlen für das Marketing und speziell für das Projekt Tribüne zuständig ist. „Wir wollen auch den Januar und Februar in der Winterpause dazu nutzen, das Projekt fertigzustellen“, so Ley. Die Maßnahme will der Verein im Schulterschluss mit der Gemeinde Rielasingen-Worblingen vollziehen. Sie wird zu einem finanziellen Kraftakt.

Projekt hat mehrere Beteiligte

Bei der Finanzierung der Tribüne, die etwa 300 Sitzplätze bieten soll, beteiligen sich laut Ley der Verein, vor allem über die Einnahmen aus dem DFB-Pokalspiel gegen Borussia Dortmund im August 2017, der Badische Sportbund, der Hersteller und die Gemeinde Rielasingen-Worblingen. Da sich der Rasenplatz dauerhaft in einem maroden Zustand befindet, soll die Tribüne am Kunstrasenspielfeld montiert werden. „Er ist derzeit der Hauptplatz“, sagt Ley.

Hochwasserschutz notwendig

„Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Vor allem wegen der Abwehr von Hochwasser-Gefahren musste nachgebessert werden. Dies erforderte auch, die Unterlagen für die Baugenehmigung zu aktualisieren“, erklärt Ralf Baumert, Bürgermeister von Rielasingen-Worblingen. Der Gebäudetrakt mit sanitären Anlagen, Umkleidekabinen und anderen Räume werde aus modulen Fertigteilen bestehen.

Sie sollen nicht nur von den Fußballern, sondern auch vom Turnverein Rielasingen und der Schule genutzt werden können. „Das ist für uns sehr wichtig“, so Baumert, der darauf verweist, dass sowohl die Gemeinde als auch der Verein 1. FC Rielasingen-Arlen für das Projekt viel Geld investiere. Baumert nennt nach vorsichtiger Schätzung Kosten von jeweils etwa 250 000 Euro, die beide Beteiligten stemmen müssten. Der 1. FC Rielasingen-Arlen hoffe auf Zuschüsse, wie vom Sportbund.

Im März soll Anlage stehen

Baumert sieht es als realistisch an, dass im März die neue Anlage samt Tribüne stehen wird. Sie sind so konzipiert, dass eine nachträgliche Verlagerung auf das Hauptsportgelände auf der Talwiese möglich wäre. Das Rasenspielfeld müsste aber zuvor umfangreich saniert werden. „Es würden Kosten von bis zu einer Million Euro entstehen“, erklärt Baumert.

Der Hauptplatz befindet sich auf einer früheren Kiesgrube, die mit Sand und Lehm aufgefüllt worden sei, weshalb die Beschaffenheit des Untergrunds problematisch sei. Es habe einen Ortstermin mit der Anwesenheit von Verwaltung, Gemeinderat und Vertretern des 1. FC Rielasingen-Arlen und Probebohrungen gegeben. In das in die Jahre gekommene Clubheim samt Sanitär- und Umkleidetrakt soll nur das Nötigste investieren werden.

Das ist geplant

In Zusammenarbeit des Gemeinde-Bauamtes mit dem FC Rielasingen-Arlen wurde ein Plan zur Errichtung einer Zuschauertribüne mit Umkleidekabinen, Sanitäranlagen und einem Schulungsraum entwickelt. Ein vorhandener Unterstand soll versetzt werden. Die Tribüne wird aus einer demontierbaren Stahlrohrkonstruktion gebaut. Die dazugehörenden Gebäude, inklusive zwei kleiner Kioske, sollen in Modulbauweise errichtet werden. Damit kann flexibel agiert werden, sollte sich die Situation auf der beengten Talwiese ändern. Das mobile System könnte abgebaut und andernorts erstellt werden.