Das Thema Integration hat in der Aachtal-Gemeinde Rielasingen-Worblingen einen hohen Stellenwert. Das zeigte nicht nur die Zahl von gut fünfzig Teilnehmern an der diesjährigen Zukunftswerkstatt im Kulturpunkt Arlen, sondern auch, dass dieser Workshop als eine Veranstaltung im Rahmen der Landesinitiative Kommunale Flüchtlingsdialoge gefördert wurde. Denn für dieses Programm werden in Abstimmung mit dem Städtetag ausschließlich im Bereich Bürgerbeteiligung engagierte Kommunen ausgewählt – zehn seien es aktuell, wie die Moderatoren Martin Müller, Fachberater des Städtetags, und Martin Schwarz von der Führungsakademie Baden-Württemberg erklärten.

Das konkrete Ergebnis des Abends ist, dass man in den Gemeinschaftsunterkünften mit den Asylsuchenden eine regelmäßige Gesprächsrunde einführen will, um zielgruppenorientierte Angebote entwickeln zu können. Denn manche der bestehenden Angebote gehen am Bedarf vorbei. So zum Beispiel der Nähkurs.

Das Bemühen, die Neuankömmlinge bestmöglich zu integrieren, zeichnete sich in Rielasingen-Worblingen von Anfang an ab. Noch vor dem Eintreffen der ersten Asylbewerber gründete sich ein Unterstützerkreis. "Er hat eine Super-Arbeit geleistet", so Bürgermeister Ralf Baumert. "Aber wir haben erkannt: Es geht nicht alleine mit dem Ehrenamt, wir dürfen den Unterstützerkreis nicht überfordern." Deshalb habe man nun als zentrale Anlaufs- und Koordinationsstelle das Amt einer Flüchtlingsbeauftragten geschaffen und mit Anja Kurz besetzt.

Kurz gab einen Überblick über die aktuelle Situation: Im Augenblick leben 82 Asylsuchende aus neun Nationen in den Gemeinschaftsunterkünften Rosenegg und Kupferdächle, 47 in Privatwohnungen. Hier trete die Gemeinde als Mieter, Gewährträger und Garant für Sanierungen auf, erläuterte Bürgermeister Ralf Baumert den Teilnehmern der Zukunftswerkstatt im Arlener Kulturpunkt.