Der 23. Weihnachtsmarkt des Handel- und Gewerbevereines Rielasingen-Worblingen (HGV) war nicht der letzte Markt, aber der letzte auf der Hauptstraße. Hauptgrund für eine neue Standortsuche waren neben der aufwendigen Sperrung der Hauptstraße die hohen Sicherheitsauflagen dort. Ab nächstem Jahr soll das zauberhafte Markttreiben in der Adventszeit, das von den Dorfbewohnern als beliebter Treffpunkt in der Vorweihnachtszeit genutzt wird, an einem anderen Ort stattfinden.

Glasbläser Detlef Greiner-Perth zeigte vor Ort, wie er seine Glaskunstwerke herstellt.
Glasbläser Detlef Greiner-Perth zeigte vor Ort, wie er seine Glaskunstwerke herstellt. | Bild: Sandra Bossenmaier

Wo das sein soll, darüber wollen die Verantwortlichen noch nichts verraten. Doch bereits bei der nächsten Gemeinderatssitzung möchte man gemeinsam darüber beraten und abstimmen. Und noch eine Veränderung soll es dann geben: „Wir verteilen die Organisation auf mehrere Schultern“, erklärte Oliver Alicke, der stellvertretende Vorsitzende des Handel- und Gewerbevereines Rielasingen-Worblingen. Dann wird nicht mehr nur der HGV Veranstalter sein, sondern er wird gemeinsam mit dem Amt für Kultur, Sport und Tourismus der Gemeinde Rielasingen-Worblingen und dem Standortmarketingverein ProRiwo diese Aufgabe meistern.

Flaniermeile mit vielen Leckereien

Da, wo sonst eine Blechlawine rollt, verwandelte sich die Straße mitten im Dorf zu einer weihnachtlichen Flaniermeile mit vielen Leckereien und guten Gesprächen. Pünktlich zu den vollen Stunden am Abend versammelte man sich zum Rudelsingen auf dem Kirchplatz. Wer nicht wusste, was das ist und wie so etwas geht, ließ sich das von Moderator Lothar Reckziegel erklären und sangesfreudig demonstrieren. Das Duo Night-Music machte Musik, auf einem Bildschirm wurden die Liedtexte angezeigt und alle Anwesenden sangen innbrünstig mit.

Dieser Nikolaus freut sich über ein Gedicht oder Lied der Kinder und verschenkt dafür Fahrscheine für das Karussell.
Dieser Nikolaus freut sich über ein Gedicht oder Lied der Kinder und verschenkt dafür Fahrscheine für das Karussell. | Bild: Sandra Bossenmaier

Für Lothar Reckziegel ist die Entscheidung, den Weihnachtsmarkt umzusiedeln, absolut richtig. Er ist überzeugt davon, dass der Markt auch weiterhin am neuen Standort ein stimmungsvolles Ambiente haben wird. Auf dem Weihnachtsmarkt trifft und unterhält man sich ungezwungen. Anton Kohler ist interessiert am Dorfgeschehen und interessiert sich besonders dafür, wo der neue Marktstandort sein könnte. Für ihn persönlich stellt sich dabei die Frage, warum nicht – wie ursprünglich angedacht – der Weihnachtsmarkt auf dem Bahnhofsgelände stattfinden soll.

Auch der Nikolaus war bei der Markteröffnung mit von der Partie.
Auch der Nikolaus war bei der Markteröffnung mit von der Partie. | Bild: Sandra Bossenmaier

Die Meinungen aus der Bevölkerung zum Veranstaltungsort des Marktes sind ganz unterschiedlich. Tanja Ziganke-Gnädinger schätzte die zentrale Lage inmitten von Rielasingen. Hier kaufte sie gerne einen Weihnachtsbaum und konnte ihn direkt nach Hause tragen. „Besonders am Abend, bis die letzten Abbau- und Aufräumarbeiten erledigt sind, war es meist sehr laut“, freut sich Anwohnerin Andrea Klappauf über die geplanten Veränderungen.

Bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes dürfen der Nikolaus und das Engelchen Iris Matzner natürlich nicht fehlen. Die beiden werden von Michael Pätzholz, Bürgermeister Ralf Baumert und Werner Niete (von links) begleitet.
Bei der Eröffnung des Weihnachtsmarktes dürfen der Nikolaus und das Engelchen Iris Matzner natürlich nicht fehlen. Die beiden werden von Michael Pätzholz, Bürgermeister Ralf Baumert und Werner Niete (von links) begleitet. | Bild: Sandra Bossenmaier

Für das Gemeindeteam St. Bartholomäus und die Kolpingjugend Aachtal sei ein Standortwechsel ungünstig, erklärte Simone Schröter. Der Bücherflohmarkt, das Café in der Unterkirche und das Meditationsangebot seien aufgrund der lokalen Nähe zum Markt gut in das Geschehen integriert gewesen. An einem anderen Standort könnte dies schwer umzusetzen sein. Das Gemeindeteam und die Kolpingjugend spenden ihre Erlöse dieses Tages immer für soziale Projekte. In diesem Jahr wird ein Teil für die Elternabend des Jugendwerkes Gailingen und ein Teil an das Kinderhaus Langenrain gespendet.

Bei den Marktteilnehmern wurde die Entscheidung für einen anderen Standortes positiv aufgenommen. Für den Auf- und Abbau der Stände standen diese aufgrund der zeitlich begrenzten Straßensperrung oft unter Zeitdruck. Dies soll sich in Zukunft ändern.