Die Corona-Krise bringt auch Hegauer Fußball-Vereine in die Bredouille. Betroffen sind vor allem Clubs, die über Verträge ihre Amateurspieler bezahlen, wie der 1. FC Rielasingen-Arlen. „Wir sind hart getroffen. Sponsoren sind teils selbst in wirtschaftlichen Zwängen. Und so müssen wir damit rechnen, dass deshalb einige Geldgeber abspringen“, berichtet Oliver Ley, der dem dreiköpfigen Führungsteam des 1. FC Rielasingen-Arlen angehört und als Pressesprecher fungiert. „Auch die Zuschauereinnahmen fehlen wegen des ruhenden Spielbetriebes. Das belastet die Vereinskasse“, schildert Ley. Der 1. FC Rielasingen-Arlen habe für Teilbereiche Kurzarbeit angemeldet.

Oliver Ley vom Vorstandsteam des 1. FC Rielasingen-Arlen und Christine Dreide (Geschäftsstelle) sehen den Fußballverein vor eine besondere Herausforderung gestellt. Das Archivbild entstand im vergangenen Jahr.
Oliver Ley vom Vorstandsteam des 1. FC Rielasingen-Arlen und Christine Dreide (Geschäftsstelle) sehen den Fußballverein vor eine besondere Herausforderung gestellt. Das Archivbild entstand im vergangenen Jahr. | Bild: Bittlingmaier, Albert

„Es ist momentan vieles in der Schwebe. Die Verantwortlichen des Vereins führen auch Gespräch mit den Spielern über die finanzielle Situation des Vereins und wie es mit den Akteuren selbst weitergeht“, so Ley. „Wir müssen irgendwie durchkommen“, blickt er voraus. Niemand könne zu diesem Zeitpunkt sagen, wann die Saison fortgesetzt und ob sie beendet werde. Sollte dies nicht der Fall sein, sei auch noch nicht abzusehen, wie die Endtabelle gewertet werde. Derzeit rangiert der 1. FC Rielasingen-Arlen auf einem Rang im hinteren Mittelfeld, der zum Verbleib in der Fußball-Oberliga reichen würde. Klassenerhalt lautet das große Ziel des Aufsteigers. Hierfür trainieren die Spieler auf Anleitung des Trainerteams individuell.

Ausgaben werden zurückgestellt

Auch beim FC Singen gibt es deutliche Reaktionen auf die Krise. „Nachdem die Corona-Pandemie nicht nur den Trainings- und Spielbetrieb stillgelegt hat, sondern auch das Vereinsleben zum Erliegen brachte, brachte die Vorstandschaft des FC Singen 04 erforderliche Maßnahmen auf den Weg. Um das wirtschaftliche Überleben zu sichern, werden sämtliche Ausgaben, wenn möglich, zurückgestellt“, erklärt Vereinsvorsitzender Volker Mussgnug.

Volker Mussgnug, Vorsitzender des FC Singen 04, freut sich, dass Trainer und Spieler auf die besondere Situation positiv reagieren.
Volker Mussgnug, Vorsitzender des FC Singen 04, freut sich, dass Trainer und Spieler auf die besondere Situation positiv reagieren. | Bild: SK

„Wir danken hierbei unseren Spielern und Trainern, die mit überwältigender Mehrheit einem Lohnverzicht für die spiel- und trainingsfreie Zeit zugestimmt haben. Alle Funktionäre und Aktiven möchten nach Aufhebung der Beschränkungen ein Zeichen der Gemeinsamkeit in Richtung der am meisten betroffenen Personen, den älteren Menschen, senden und laden diese kostenfrei zu einem Heimspiel – Liga- oder Freundschaftsspiel – ein“, schildert Mussgnug. Unterstützt durch die Autohäuser Gohm und Bach aus Singen werde ein Shuttle-Service auch mit behindertengerechten Fahrzeugen angeboten.

„Zudem wird versucht, im Seniorenheim unseres ehemaligen Vorsitzenden, Manfred Engesser, ein Treffen mit den Bewohnern und unseren Aktiven bei einem Grillfest zu organisieren. Die Auswirkungen der Pandemie auf den FC Singen 04 werden wir bei einer Gesamt-Mitgliederversammlung darstellen“, so der Vereinschef. Der FC Singen 04 wünsche allen viel Glück, Gesundheit und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen.

Verein setzt auf Nachwuchs

Angesichts der herrschenden besten Bedingungen für Fußballspiele ist auch die Führung des SC Gottmadingen-Bietingen bei allem Verständnis für die einschränkenden Corona-Maßnahmen etwas betrübt, dass der Spielbetrieb ruht. „Unser Verein muss auch Trainer bezahlen. Wir sind aber froh, dass wir nicht wie einige andere Vereine auch Spieler vergüten“, erklärt Christian Schopper, Vorsitzender des SC Gottmadingen-Bietingen.

Für Christian Schopper, Vorsitzender des SC Gottmadingen-Bietingen, zahlt sich nun die gute Nachwuchsarbeit aus. Es müssen keine Spieler bezahlt werden.
Für Christian Schopper, Vorsitzender des SC Gottmadingen-Bietingen, zahlt sich nun die gute Nachwuchsarbeit aus. Es müssen keine Spieler bezahlt werden. | Bild: Bittlingmaier, Albert

Beim Verein trägt die jahrelange intensive und erfolgreiche Nachwuchsarbeit Früchte. Fast alle Spieler der aktiven Teams kommen aus den eigenen Reihen. Die erste Mannschaft spielt als Aufsteiger in der Landesliga bisher eine famose Saison.

Einnahmen aus Spielen fehlen

Auch die Verantwortlichen des Hegauer FV werten es als positiv, dass sie keine Zahlungen an Spieler leisten. „Eine Aufwandsentschädigung gibt es nur für Trainer“, erklärt Michael Rösch, Sportlicher Leiter des Hegauer FV, in dem sich die Fußballvereine von Engen, Welschingen und Binningen vereinen.

Michael Rösch, Sportlicher Leiter des Hegauer FV, betont:“ Wir dürfen nicht in operative Panik verfallen.“
Michael Rösch, Sportlicher Leiter des Hegauer FV, betont:“ Wir dürfen nicht in operative Panik verfallen.“ | Bild: Bittlingmaier, Albert

„Es gibt derzeit eine Phase des Vakuums. Niemand weiß, wie und wann es weitergeht. Wir harren der Dinge und warten darauf, wie die sich weiterentwickeln. Eine operative Panik ist nun nicht angesagt, wenn wir auch derzeit nur Kosten haben, aber keine Einnahmen erzielen, wie durch den Eintritt bei den Heimspielen“, sagt Rösch. „Es ist zu hoffen, dass uns die treuen Sponsoren und Partner weiter unterstützen und dass sie nicht in die wirtschaftliche Schieflage geraten“, so Rösch.

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