Die dritte Corona-Welle hat auch die Gemeinde Reichenau erreicht. Das sagte Bürgermeister Wolfgang Zoll im Gemeinderat. Immerhin ist die Gemeinde bislang vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen. „Wir hatten bisher keine Todesopfer zu beklagen“, sagte Zoll. Auch von schweren Krankheitsverläufen bei Einwohnern der Gemeinde sei ihm nichts bekannt. Das Landratsamt gibt für die Gemeinde die Gesamtzahl von 100 Infizierten seit Beginn der Pandemie an, am gestrigen Donnerstag galten acht Menschen als aktuell infiziert.

Die Gemeinde hat zudem am 12. April nun auch das erste Testzentrum in der Inselhalle gestartet. Mit 57 Personen in drei Stunden hielt sich der Andrang allerdings in Grenzen. „Es hätten mehr sein können“, sagte Diana Schlegel von der Verwaltung, „wir waren nicht ausgelastet. Aber für den ersten Tag war es okay.“ Bürger können sich immer montags, mittwochs und freitags von 17 bis 20 Uhr testen lassen, erklärte der Bürgermeister. 35 ehrenamtliche Helfer würden dies möglich machen. Er finde es toll, dass so viele dazu bereit seien. Die Tests seien für die Bürger kostenlos, wer möchte, kann in ein aufgestelltes Kässchen zu Gunsten des DRK-Ortsvereins spenden.

Das Haus 1 (unten) des Reichenauer Zentrums für Psychiatrie. In dessen Festsaal gibt es bald ebenfalls die Möglichkeit, sich als Bürger auf eine Corona-Infektion testen lassen zu können.
Das Haus 1 (unten) des Reichenauer Zentrums für Psychiatrie. In dessen Festsaal gibt es bald ebenfalls die Möglichkeit, sich als Bürger auf eine Corona-Infektion testen lassen zu können. | Bild: Lukas Ondreka

Zudem gibt es seit dem gestrigen Donnerstag ein Testzentrum im dm-Markt in Göldern (Montag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr). Und ab dem 20. April dann noch ein Testzentrum der Gemeinde auf dem Festland in Kooperation mit dem Zentrum für Psychiatrie (ZfP) in dessen Festsaal. Dort könnten sich Bürger immer dienstags und donnerstags von 17 bis 20 Uhr kostenlos testen lassen, sagte der Bürgermeister.

Ursprünglich hatte die Gemeinde geplant, ein Testzentrum auf dem Festland in der Pfaffenmooshalle in der Waldsiedlung einzurichten. Aber die Kooperation mit dem ZfP habe sich angeboten, weil in dessen Festsaal ohnehin schon Mitarbeiter getestet würden und damit die Infrastruktur schon vorhanden sei. Dort seien zehn Helfer vom Festland und zehn ZfP-Mitarbeiter im Einsatz, so Zoll. Dieses zweite Testzentrum auf dem Festland zusätzlich zum Drogeriemarkt ergebe Sinn, war der Bürgermeister der Ansicht, weil das Testen möglicherweise noch wichtiger werde, um eventuell mehr Freiheiten zu bekommen. Und dann brauche es auch viel Testkapazitäten.

Hier geht es zum Döbele in Konstanz (Bild aus dem Jahr 2019), dort wird eine Drive-In-Teststation eingerichtet.
Hier geht es zum Döbele in Konstanz (Bild aus dem Jahr 2019), dort wird eine Drive-In-Teststation eingerichtet. | Bild: Oliver Hanser

Getestet wurde aber am Montagabend auch in der Pfaffenmooshalle. Vor der Gemeinderatssitzung mussten alle Teilnehmer – inklusive 20 Bürger als Besucher – zum Schnelltest. Alle Ergebnisse waren negativ. Maskenpflicht und Abstandregel galten anschließend dennoch. Wolfgang Zoll kündigte zudem an, dass sich die Gemeinde am Testwochenende des Landkreises am Samstag und Sonntag, 24. und 25. April, beteiligen werde. Dann seien auch die Testzentren in der Inselhalle und im ZfP geöffnet. Selbsttests sollen zur Beschleunigung dann gruppenweise stattfinden.

Die Gemeinde beteiligt sich am Gedenktag für die Opfer der Corona-Krise, den der Bundespräsident ausgerufen habe. Am Sonntag, 18. April, werde das Rathaus Trauerbeflaggung haben.