Die Eigentümer eines markanten alten Hauses direkt an der Abt-Berno-Straße auf der Reichenau wollen dort den angebauten Schuppen und eine Garage entfernen und dafür im Norden und Westen Anbauten mit vier Wohneinheiten errichten. Doch da gebe es Probleme, weil das Haus im Geltungsbereich des Bebauungsplans Grub aus dem Jahr 1977 liege, erklärte Ortsbauamtsleiterin Bettina Grathwohl im Gemeinderat.

Kein ausgewiesenes Baufenster

Die Gemeinde habe diesen Plan damals aufgestellt, weil sie die Absicht hatte, die Hauptstraßen zu verbreitern. Dafür sollten Häuser wie dieses, die nah an der Straße stehen, abgerissen werden. Der Plan habe dann Ersatzbauflächen ausgewiesen, aber an dieser Stelle gar kein Baufenster vorgesehen. Zudem seien dort, wo es im Plan Baufenster gebe, nur zwei Wohneinheiten bei Neubauten erlaubt, sagte Grathwohl.

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Absage vom Gestaltungsbeirat

Zudem habe der Gestaltungsbeirat die nun geplanten Anbauten als zu groß im Verhältnis zum Bestandsgebäude bewertet. Also müsste die Gemeinde erst den Bebauungsplan entsprechend ändern. Dieses Verfahren würde aber mindestens 18 Monate dauern, zumal aktuell schon einige Bebauungspläne in Arbeit seien. Zudem wäre es problematisch, hier Ausnahmen zu genehmigen, während andernorts auf der Insel Einschränkungen gelten.

Erhalt des Ensembles

Ralf Blum (CDU) und weitere Ratsmitglieder erklärten, das Haus und der Schuppen sollten als markantes Ensemble erhalten bleiben, der Schuppen könnte für eine Wohnnutzung umgebaut werden. Bettina Grathwohl erklärte, auch dies wäre nur bei einer Änderung des Bebauungsplans genehmigungsfähig.