Von einem Schwimmer, der am Samstagabend auf der Reichenau am Sandseele verschwand, fehlt weiterhin jede Spur. Mit einem Großaufgebot von über 40 Einsatzkräften suchten Polizei, Wasserschutzpolizei, DLRG und Feuerwehr mit sechs Booten und ebenso vielen Tauchern nach dem Mann – erfolglos. Der Vermisste besitzt laut Zeugen eine kräftige Statur und wird auf etwa 20 Jahre geschätzt.

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Die Suche wurde laut Sandra Kratzer, Pressesprecherin des Polizeireviers Konstanz, abgebrochen. Es wurde bisher keine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben. Aufgrund von Zeugenaussagen, dass es sich um einen Erntehelfer gehandelt haben könnte, habe es Überprüfungen von diversen Erntebetrieben und einzelnen Helfern gegeben. Jedoch konnten dadurch keine neuen Erkenntnisse erlangt werden.

Die Kosten des Einsatzes

Doch wie steht es eigentlich mit den Kosten eines solchen Einsatzes? Laut Clemens Menge von der DLRG Konstanz kostet ein Einsatz dieser Größe laut der Kostenordnung des Landes Baden-Württemberg für die DLRG zwischen 3500 und 4000 Euro. Er sagt: „Feuerwehr und Polizei kommen bei den Kosten dann auch noch dazu. Mit entsprechender Vor- und Nachbereitung eines solchen Einsatzes kommt man schnell in den fünfstelligen Bereich.“

Die Kosten für die DLRG würden allerdings nicht genau ermittelt werden, denn man stelle auch grundsätzlich keine Rechnung. Clemens Menge sagt: „Wir retten ehrenamtlich. Das in Rechnung zu stellen, dafür fehlt jegliche Rechtsgrundlage und das ist auch von niemandem so vorgesehen.“ Deshalb solle sich der Vermisste auch bitte bei der Polizei melden, denn abends ins Wasser zu gehen sei ja nicht verboten.

Fahrlässig oder nicht?

Laut Sandra Kratzer trage die Kosten für den Polizeieinsatz das Land, sofern keine Fahrlässigkeit nachgewiesen werden könne. Wann von einer solchen auszugehen sei, müsse von Fall zu Fall abgewogen und geprüft werden. In die Richtung von Fahrlässigkeit gehe es dann, wenn jemand sich absichtlich in Gefahr begebe, die davor absehbar gewesen sei.

Einsatz wird meist von Zeugen verursacht

Armin Förster, Pressesprecher des Polizeireviers Einsatz in Göppingen, führt außerdem an: „Eine Rettungsaktion wird ja meistens auch nicht vom Verursacher, sondern von Zeugen verursacht. Da kann es auch oft sein, dass jemand die Situation falsch einschätzt.“

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Das große Problem bei einem solchen Fall sei, wann man aufhöre zu suchen. Zwar würden Streifenboote der Wasserschutzpolizei nach einem solchen Vorfall laut Armin Förster vermehrt Ausschau halten, aber intensiv gesucht werde nicht mehr.

Suche wurde beendet

Bei dem Vermissten vom Samstag gehe man inzwischen davon aus, dass der Mann allein aus dem Wasser gekommen und davongefahren sei, ohne sich um die am Ufer des Sees zurückgelassene Hose, Schuhe und Socken zu kümmern.

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