Ein besonderes Lauf-Ereignis bieten demnächst wieder in Kooperation der Sportverein Reichenau (SVR) und der Ausdauer-Sportclub Konstanz (ASC). Denn nach der gelungenen Premiere im Vorjahr veranstalten die beiden Vereine erneut einen 24-Stunden-Lauf auf der Insel Reichenau am 11. und 12. Juni. Von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 12 Uhr, gilt es dann, möglichst oft die etwa 3,3 Kilometer lange Runde um die Hochwart zu laufen. Start und Ziel sind bei der Gemüse-Genossenschaft. Teilnehmen könne man als Einzelstarter oder in einem Sechser-Team, erklärt Christin Wintersig (SVR), die zusammen mit Carmen Braun und Christian Weich (ASC) die Idee zu diesem Event auf der Insel hatte. Alle drei haben wieder die Hauptorganisation übernommen.

„Es soll eine coole Sache für Jedermann sein“, sagt Wintersig. Die 23-Jährige macht selbst wie im Vorjahr in einem Mixed-Team mit. Sie absolviere ansonsten jährlich mehrere Zehn-Kilometer-Läufe. Aber man müsse nicht unbedingt eine geübte Läuferin oder ein geübter Läufer sein, um teilzunehmen, glaubt sie. Wobei eine gewisse Vorbereitung notwendig und sinnvoll sei. „Es ist schon gut, wenn man in den Wochen zuvor öfter laufen geht.“

Bislang etwa 20 Einzelstarter angemeldet

Klar ist natürlich auch: „Es ist jedem selbst überlassen, wie viel er oder sie im Endeffekt läuft.“ So gab es im Vorjahr unter den rund 200 Teilnehmern einige Einzelstarter und ein paar Teams, die früher aufhörten. Aber das Feedback der meisten Teilnehmer sei positiv gewesen. Aktuell hätten sich bereits circa 20 Einzelstarter angemeldet, das seien recht viele aus ihrer Sicht, sagt Wintersig, und zudem sieben Teams. Bei den meisten Laufereignissen meldeten sich etliche Sportler kurzfristig an. „Man muss ein Team ja erst mal zusammenbekommen“, meint die 23-Jährige. „Es wäre cool, wenn sich noch viele anmelden.“

(Archivbild) Einige Teams liefen bei der Premiere im Vorjahr am Schluss gemeinsam noch mal eine Runde um die Hochwart.
(Archivbild) Einige Teams liefen bei der Premiere im Vorjahr am Schluss gemeinsam noch mal eine Runde um die Hochwart. | Bild: Zoch, Thomas

Bei den Einzelstartern bleibt es natürlich auch jeder und jedem selbst überlassen, wie oft und wie lang man Pausen einlegt. Ebenso wählt jeder Läufer sein Tempo nach dem eigenen Können und entscheidet, ob er oder sie zwischendurch eine Runde spazieren geht. Bei den Sechser-Teams wiederum könne jedes eine eigene Taktik wählen. Wintersig war selbst im Vorjahr beim besten Mixed-Sechser-Team dabei, die Gruppe kam auf stolze 87 Runden, also 317,5 Kilometer (damals umfasste eine Runde 3,65 Kilometer).

Jedes Team eine andere Taktik

Die Taktik sei es gewesen, dass jedes Team-Mitglied jeweils eine Runde läuft und dann an den nächsten übergibt. Bei anderen Teams hätten die einzelnen jeweils mehrere Runden absolviert oder seien eine Stunde gelaufen, bis der nächste an der Reihe war. Dann können die anderen länger Pause machen und ein paar Stunden schlafen. Manche hätten die Taktik auch während des Laufs gewechselt. „Da gab es unterschiedliche Strategien, die vermutlich alle ihre Vor- und Nachteile haben“, erklärt Wintersig. Sie persönlich finde es besser, wenn die Pausen nicht so lang seien und man nicht richtig runterfahre. Und wenn man mal einen Durchhänger habe, sei eine Runde eher zu schaffen als eine längere Strecke oder Dauer.

Als Einzelstarterin würde sie aber nicht antreten wollen, sagt Wintersig. Das sei ihr Körper nicht gewohnt. Zudem liege für sie der große Reiz gerade darin, dass es ein Team-Event sei, „dass man im Team Spaß hat, sich gegenseitig unterstützt und die coole Stimmung genießt. Es hat einfach was, ein ganzes Wochenende immer wieder eine Runde zu laufen, als Staffel unterwegs zu sein, zu sehen, wie viel man schaffen kann.“

Einzelstarter läuft 197 Kilometer

Im Vorjahr waren die Leistungen vieler Läufer schon sehr beachtlich. Als bester Einzelstarter lief der 45-jährige Berner Marco Jaeggi 54 Mal die circa 3,65 Kilometer lange Runde, also 197,1 Kilometer, und schlief dabei nachts nur mal zwei Stunden. Beste Frau war die 46-jährige Alina Ginzburg aus München mit 44 Runden. Und auch einige Senioren schafften eine stolze Zahl an Kilometern. Die älteste Einzelstarterin war eine 77-Jährige aus Offenburg, bei den Männern war es ein 76-Jähriger aus Eigeltingen.

(Archivbild) Marco Jaggi war bei der Premiere im Vorjahr der Beste bei den Einzelstartern und wurde dafür mit Gemüse aufgewogen – ...
(Archivbild) Marco Jaggi war bei der Premiere im Vorjahr der Beste bei den Einzelstartern und wurde dafür mit Gemüse aufgewogen – immerhin 86,5 Kilogramm. | Bild: Zoch, Thomas

Gegenüber der Premiere gebe es ein paar Änderungen, erklärt Wintersig. Die Route habe man auf 3,3 Kilometer verkürzt, weil es an einer Stelle eine Stelle gegeben habe, die viele Teilnehmer gestört hatten. Zudem beginne der Lauf nun am Samstag bereits um 12 Uhr und nicht erst um 15 Uhr, damit man nach der Nacht nicht mehr so lang durchhalten müsse.

Und es gebe nicht mehr die Kategorien Zweier- und Vierer-Teams, weil die Nachfrage danach gering gewesen sei. Ein Sechser-Team könne auch aus weniger Leuten bestehen, erklärt Wintersig. Dieses Mal werde es mehrere Essens- und Getränkestände geben, was im Vorjahr wegen der Pandemie nicht möglich gewesen sei. „Wir freuen uns über Zuschauer, die Läufer sind immer glücklich über Unterstützung und Anfeuerung.“